Frauenfußball – Klappe, die zweite

Nachdem ich gestern auf Spiegeonline, seit geraumer Zeit das non plus ultra für alle jene, die Zeitungen verpönen, las, die Nationalspielerinnen sollten die Gunst der Stunde nutzen, darauf aufmerksam machen, wie schlecht es um die Gleichberechtigung bestellt sei – Augstein fordert sie in seinem Kommentar auf, im Falle des Gewinn des Titels bei der Siegerehrung ihre Fäuste in die Höhe strecken, so wie es Smith und Carlos bei den Olympischen Spielen in Mexiko aus Protest taten –, und heute sich eine Autorin auf der gleichen Webseite darüber beschwerte, sie habe es satt, dass die Spielerinnen dauernd mit den Männern verglichen werden würden und dass sie sich ständig an ihnen messen lassen müssen, schäme ich mich, nachfolgend über ein ureigenstetes Frauenthema, das, verglichen mit den oben erwähnten Themen, banaler nicht sein könnte, zu schreiben, nämlich der Frauenfußballmode. Eigentlich ist das ja keine Mode, sondern, die Frau, die die Vergleiche mit den Männern so hasst, möge mir bitte verzeihen, eine gefühlte Retromännermode – ich glaube, alles, was die Damen bisher getragen haben, irgendwann schon einmal gesehen zu haben, nur weiß ich nicht, wann dies der Fall gewesen ist. Es muss auf alle Fälle ziemlich lange her sein, denn die Kleidung, in der sie auf das Spielfeld geschickt werden, sieht für meinen Geschmack ziemlich altbacken aus. Ich tippe auf die 70er, 80er Jahre. Das ist sehr schade, haben doch die Männer, vor allem die Afrikaner, gezeigt, wie es geht. Leider fliegen aber immer jene Mannschaften, deren Spieler mit den farbenprächtigsten und elegantesten Dressen, deren Schnitt bzw. Muster zumeist auch noch auf eine gewisse Verspieltheit der Akteure schließen lässt, als erste raus. Da kein Team, von dessen Arbeitsgarderobe ich regelrecht hingerissen bin, dabei ist, brauche ich mich wenigstens nicht zu ärgern, wenn eine der Mannschaften, die gute Designer angeheuert haben, nicht weiterkommen sollte. Eine Erklärung, warum die Frauen nicht peppiger auflaufen, habe ich nicht. Vermutlich würde es zu viel kosten, etwas Extravagantes zu entwerfen. Selbst den Trikots, die einigermaßen gut aussehen (Nigeria ,USA, Mexiko) fehlt das gewisse Etwas. Es dominiert die Einfarbigkeit. Und alles ist so schlicht. Die Deutschen, die die Vorbereitung noch kunterbunt bestritten, haben sich diesem Trend auch angeschlossen. Ganz in Ariel-Weiß sind ihre Trikots gehalten. Wenigstens können sie von sich sagen, sich verbessert zu haben.

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2 Kommentare zu Frauenfußball – Klappe, die zweite

  1. Rene sagt:

    Hey in Safari sieht dein Design irgendwie kaputt aus.

    • admin sagt:

      Bin mit Safari heute auf dem Block gewesen. Da sah alles gut aus. Die Browserlabbilder sind auch okay. Hat sich hier etwa jemand aufgefordert gefühlt, wegen meines Spotts über die Dresse der deutschen Nationalmannschaft eine Retourkutsche, die, wenn es wirklich der Fall sein sollte, mir etwas zu billig ist, starten zu müssen? Probiere, noch einen Ipodtest zu finden. Trotzdem danke.
      Andree

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