Frau Knüppelkuh war noch schlimmer

Zwar weiß ich nicht, ob sie schon die Phase, in der sich eine Politikerin, die lange an der Macht ist, Gedanken darüber macht, welches Bild die Menschen in zwanzig Jahren von ihr haben könnten, erreicht hat oder womöglich sich gar schon in der nächsten, in der es darum geht, diese Vorstellung wahr werden zu lassen, befindet, jedoch halte ich es für ziemlich sicher, dass es ihr gar nicht behagen würde, wenn Therapeuten Eltern, die glauben, sie wären mit der Erziehung ihre Kinder überfordert, ausgerechnet an ihrem Beispiel zeigen, wie sie es nicht machen sollten. Aber es kommt noch schlimmer, da jeder, der andere in die Kunst der Menschenführung einweihen möchte, das Video, in dem Merkel dabei ertappt wird, dass sie vergisst, wen sie vor sich hat (und das ist noch eine wohlwollende Interpretation des Geschehenen), locker in jeden Vortrag einbauen lässt. Damit nicht genug – das Video lässt sich auch prima im Ausland vermarkten. Überflüssig zu erwähnen, in welchen Ländern die Runde besondere Aufmerksamkeit erfahren würde. Was ich mich schon immer an ihr gestört hat, jedoch andere kaum interessiert hat, ist heute klar geworden – ihr fehlt die Gabe, andere mitzureißen. Es wäre ein Einfaches gewesen, dem Mädchen zu sagen, sie solle trotz der Ungewissheit, wie es mit ihre Familie weitergeht, den Kopf nicht hängen lassen und weiter so wie bisher lernen. Stattdessen hat mich ihre Vorstellung an eine „Frau Knüppelkuh“, die ein Ereignis, das ich mir nicht vorstellen kann, geläutert haben muss, erinnert. Wer mit ihr täglich zusammen ist, hat es wirklich nicht leicht. Schnelle Antworten sind da gefragt. Ich hatte den Eindruck, Reem ist ihr zu langsam gewesen.

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