Ein Zuckerbrot können wir uns wohl abschminken

Hat wirklich ein Wähler daran geglaubt, Scholz würde versuchen, ihn mit einem Zuckerbrot zu ködern? Wenn ja muss er gestern bitter enttäuscht worden sein – statt eines Gutscheins über 10,00 €, den er, wenn er sich hat boostern lassen, in einem Restaurant einlösen kann, hat ihn die Regierung ab Mitte Januar mit dem Privileg bedacht, in einem Lokal essen zu dürfen, ohne sich vorher testen zu müssen. Noch lieber hätte der Blog es gesehen, wenn am Freitag der Beschluss gefasst worden wäre, dass Geboostete im Nahverkehr vorerst keine Fahrkarte mehr zu löhnen brauchen. Da aber nach 2 Jahren harter Entbehrungen das Anstehen vor dem Impfzentrum als Event gesehen wird, ist es nicht verwunderlich, dass Scholz diskret im Geiz schwelgt. Vermutlich würden die Leute es ihm nicht mal übel nehmen, wenn er seine Sparsucht wie De Funès (natürlich als Oskar in Molières „Der Geizige“) ausleben würde. Irgendwann wird ihm aber nichts anderes übrig bleiben, als das Zuckerbrot herauszuholen. Die Frage ist nur wann und zu welchem Anlass. Da es oft anders kommt, als man denkt, ist der Blog guten Mutes, unseren neuen Bundeskanzler bald in Spendierlaune erleben zu dürfen. Hoffentlich gibt er das Geld nicht an der falschen Stelle aus, denn nach der schnellen Reaktion der Russen, die es geschafft haben, im Nu die Mitgliedsstaaten ihres Verteidigungsblocks davon zu überzeugen, Truppen nach Kasachstan zu schicken, ist zu fürchten, dass einige Politiker, allen voran die Nordatlantiker, vehement mehr Geld für die Bundeswehr fordern. Es ist schon erstaunlich, wie schnell Russland reagiert haben – wie bei einem Alarm, der vorher angekündigt wurde, damit auch alles klappt und niemand verspätet auf dem Appellplatz erscheint. Der Kreml muss gewusst haben, was sich dort abspielen wird. Und da auch Armenien, das Russland eher skeptisch betrachtet, Soldaten schickt, können die Unruhen nicht normale Bürger, denen das Gas für ihre Autos zu teuer geworden ist, alleine ausgelöst haben. Colonel Cassad vermutet, dass islamistisch angehauchte Teile des Staatsapparates oder sogar der Regierung für die Proteste verantwortlich sind. Von Kampf der Clans ist da die Rede. Die Türkei und Aserbaidschan sollen auch mitmischen (da ist es für die Armenier schon fast Pflicht, sich auf die Seite Putins zu stellen). Vermutlich hat Erdogan gedacht, die Russen würden sich so wie im Krieg gegen Bergkarabach, als sie in letzter Minute erst eingriffen, verhalten. Die Gefahr, die von Kasachstan ausging, muss ganz andere Dimensionen gehabt haben. Binnen weniger Stunden hat Putin ihn so überzeugend Matt gesetzt, dass er nun erst recht von einem Russland, das an die Größe der Sowjetunion heranreicht, träumen kann. Derber kann die Niederlage für Erdogan nicht ausfallen. Vielleicht kommen andere Staaten auch zurück, Georgien bspw. Schutz vor der Türkei ist das Zuckerbrot, das der Kreml anbieten kann. Scholz kann von Putin eben noch viel lernen.

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