Diese Welle braucht wirklich niemand

Da es so gut wie sicher ist, dass die 2. Welle kommen soll, stellt sich die Frage, ob es irgendwann einmal noch eine gibt, die sich so hoch auftürmt, dass man beim Wort Welle nicht automatisch an jene, über die wir lesen, sie könne noch schlimmer als die erste sein, denkt. Die könnte wohl nur in die Kunst produzieren. Aber wer glaubt schon an eine Neue Deutsche Welle 2.0? Oder einen New Wave 2.0? Dass dies möglich ist, hat Kraftwerk gezeigt – die Gruppe hat dafür gesorgt, dass das Wort Autobahn nicht unbedingt mit dem Führer in Verbindung gebracht werden muss. Erst einmal gilt, das drohende Ungetüm, von dem die meisten dachten, es verschonte sie, wenn sie ihren Urlaub dicht gedrängt an deutschen Stränden verbringen würden, zu überstehen. Für mich als Zurückgebliebener hat das einen Hauch von Dünkirchen – ich warte auf Boote, die am Strand landen, um die Urlauber in andere Gefilde, bspw. nach Schweden oder gar auf die Insel, zu bringen. Leider platzt der Traum von der Evakuierung aller deutschen Strandurlauber ins sichere Ausland meistens schon nach wenigen Sekunden des Lesens oder Sehens – schnell ist mir klar, dass die alle wieder zurückkommen werden. Was ich mir denken konnte, ist heute bestätigt worden – die Welle kommt höchstwahrscheinlich nicht von außen, sondern aus Deutschland selbst. Im Jargon von vor 100 Jahre hätte man gesagt, die Deutschen haben sich selbst einen Dolchstoß versetzt, was natürlich das Geschehen nicht exakt widerspiegelt, da man bei einem Stich mit einem Messer sofort Schmerzen verspürt und unter Umständen gar gleich tot ist. Mit Corona ist das ein wenig anders. Es gleicht eher einem Tsunami, den man auf hoher See überhaupt nicht wahrnimmt (da ist er ein Wellchen). Erst in flachen Gewässern baut er seine verheerende Kraft auf. Aber während man einen Tsunami vorhersagen bzw. vor ihm warnen kann, ist es bei Covid unmöglich, zu bestimmen, ob er zuschlagen wird. Gut möglich, dass er uns in Ruhe lässt.

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