Die Briten haben es drauf

Die Hälfte der Spiele ist noch nicht einmal herum, schon heißt es, Abschied zu nehmen, und zwar vom Schwimmen im allgemeinen und dem neuzeitlichen Art déco Eingang, nach den beiden Minis (Auto und Rock) die bisher größte „Erfindung“ britischer Designkunst, im besonderen. Eigentlich hat es überhaupt keinen Grund gegeben, ein liebgewonnenes Procedere – dieser Akt war dank jener Athleten, die sich während der Vorstellung ihres Kollegen dick verpackt lässig auf ihren Sitzen lümmelten, immer ein Höhepunkt der Übertragung (konnte es einen cooleren Sport geben?) – aufzugeben. Wer es schaffte, auch dann, als die Kamera ihn direkt im Bild hatte, gelangweilt auszusehen, hatte praktisch schon eine Medaille sicher. Nun die Starter vorzustellen, wenn sie den Innenraum betreten, hat die Spannung um mehr als 4 µ erhöht. Ja, es macht noch viel mehr Spaß, zuzuschauen. Mir kommt es so vor, als würde nun alles viel schneller als sonst ablaufen. Sobald der Achte einmarschiert, oft muss der sich sputen, um rechtzeitig an seiner Startposition zu sein, weiß der Zuschauer, dass in spätestens einer Minute die Schwimmer auf den Startblöcken stehen werden. Früher konnte es eine halbe Ewigkeit dauern, bis es endlich losging. Da haben die Briten sich etwas tolles einfallen lassen. Schade ist, dass die hochgelobte Hallen-Konstruktion der Architektin Zara Hadid nicht so recht zur Geltung kommt. Das Becken samt der unteren Ränge ist zwar schön, der Blick auf das Dach jedoch ist nur etwas für Hartgesottene – so muss ein Schwarzes Loch, das die Erde ansaugt, auch aussehen. Sind die beiden oberen Ränge abgebaut, dürfte die Schwimmhalle, dank des nun einfallenden Lichts, zu den schönsten der Welt gehören. Nichts geht aber über eine Freiluftanlage (in Rio wird im Freien geschwommen). Welch ein Glück, dass ich noch rechtzeitig auf die Idee gekommen bin, mir die Wettkämpfe auf Eurosport, bei denen es wesentlich lockerer zugeht, anzuschauen. Ich brauche mich nicht mehr über die Reporter – beim Sender, der von sich behauptet, man würde mit ihm besser sehen, verlautbarte der Reporter (Warg) gar, die schlechten Leistungen Steffens würden ihre Siege in Peking verdrängen – zu ärgern. Würde Richard Blackwell noch leben, wäre von Almsick, die als selbsternannte Expertin vor Ort ist, eine heiße Kandidatin (gestern im Stiletto-Shirt), auf seiner berühmt berüchtigten Liste gleichen Namens ganz oben zu laden. Wenigstens haben die Briten einen guten (Farben)Geschmack. Wer die Turnwettbewerbe verfolgt hat, weiß, was ich meine. Eine Offenbarung für die Augen (Video vom „Feindsender“ ZDF).
Was wird aus den drei Frauen, denen Putin Rowdytum vorwirft? Gestern hat er gesagt, die Strafe möge nicht zu hart ausfallen. Dieser Meinung ist nun auch die russisch-orthodoxe Kirche. Kann eine Strafe von beispielsweise 3 Jahren als mildes Urteil bezeichnet werden, wenn als Höchstmaß 7 Jahre für ein Vergehen, das gar keines ist, möglich sind? Ich denke nicht. Sie haben Christ-Erlöser-Kathedrale zwar randaliert, aber nur verbal. Kaputt gegangen ist jedenfalls nichts. Bei einem derart drakonischen Strafmaß fällt es Putin natürlich leicht, den barmherzigen zu spielen. Und wenn Experten dann noch meinen, er habe aufgrund des Druck des Westens nachgegeben, ist er am Ende sogar noch der große Saubermann. Es heißt, nobel geht die Welt zugrunde. Es geht aber auch eitel.
Mich wundert, dass sich so wenig über die drei im Internet findet. Nirgendwo steht, was sie gemacht haben. Es wäre wirklich interessant, zu erfahren, aus welchem Milieu sie kommen.

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1 Antwort zu Die Briten haben es drauf

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