Das hat sich Tönnies ganz anders vorgestellt

Statt in seiner Loge auf Schalke in der Pause damit anzugeben, was er sich hat alles einfallen lassen müssen, um Neymar zu holen – goldene Steaks aus dem Haus Tönnies für die ganze Familie (mindestens 100 Leute), kostenloses Grillfleisch für die Bewohner des Stadtteils Praia Grandes, in dem er aufwuchs – muss er nun sein Geld – es wird gemunkelt, Tönnies sei bereit gewesen, 400 Mill. € für S04 locker zu machen – in Dinge wie Corona-Tests, bessere Unterkünfte für seine Schlachter und höhere Löhne stecken. Als Fan bin ich nicht sonderlich traurig darüber, ihn nie auf Schalke spielen zu sehen – für mich ist er zu launisch, zu zickig und überhaupt nicht mannschaftsdienlich, Aber wer weiß, vielleicht würde er in Gelsenkirchen das Malochen lernen. Der Umweltschützer in mir fände es natürlich toll, wenn mein Verein mit der Verpflichtung, deutsches Grillfleisch nach Brasilien zu schicken, zur Rettung des Regenwaldes des Amazonas beitragen könnte. Es kann also immer noch schlimmer kommen, als man glaubt, sprich die Verhältnisse, die bisher bei Tönnies geherrscht haben, können unterschritten werden. Der Import brasilianischen Grillfleischs wäre ein neuer Tiefpunkt. Im Augenblick holzt Brasilien gewaltig ab, um Platz für Soja zu schaffen. Das wird ans Vieh verfüttert, das dann bei uns landet. Vermutlich bekommen das die Brasilianer viel billiger als Tönnies hin. Während die Regierungen zusehen, wie im Amazonas in jedem Monat ein neuer Rekorde in puncto Rodung aufgestellt wird (im Mai ging eine Fläche, die 14 mal so groß wie Manhattan ist, verloren), haben Investoren, meistens Pensionsfunds, einen Brieg, in dem sie fordern, den Holzeinschlag zu stoppen, an die brasilianische Regierung geschrieben. Vermutlich kommt ihre Forderung zu spät. Sie hätten schon vor 10 Jahren damit drohen sollen, nur im Land zu investieren, wenn die Rodungen aufhören. Das Problem ist nur, dass die Industrieländer keine Vorbilder sind. Sie zerstören die Umwelt nur auf subtilere Art. Eine Ende ist nicht in Sicht, denn nur ein Bruchteil der riesigen Summen, die die Staaten für die Sicherung ihrer Wirtschaft ausgeben, wird für umweltfreundliche Projekte und Technologien verwendet. Getreu dem Spruch, dass Totgeglaubter länger leben, muss der Corona-Skandal nicht das Ende für Tönnies bedeuten. Vielleicht gibt es sogar ein Happyend wie in Hollywood, das in der Schlagzeile mündet, dank Mehrwertsteuersenkung kann Tönnies sich nun doch Schalke und Neymar leisten. Ein Albtraum zum Jahreswechsel.

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