Wenn das Fernsehen schon nicht in der Lage ist, seinen Sehern ein unterhaltsames Programm zu bieten – vorgestern hat ARTE es geschafft, 3 Helden einer Serie aus Dänemark, die der Blog vorige Woche in den höchsten Tönen gelobt hat, gegen Wölfe aus dem Yellowstone einzutauschen, und das Traurige daran war, dass nicht einmal der Ausbruch des Supervulkans, der unter dem Park liegt, die Ausstrahlung hätte stoppen können –, dann muss dieser Blog versuchen, etwas Interessantes zu bieten, was im Augenblick einem Harakiri gleichkommt, denn über etwas zu schreiben, das nichts mit Corona zu tun hat, ist ungefähr so, als würde man in normalen Zeiten mitteilen, dass in China ein Sack Reis umgefallen sei. Aber keine Angst, es gibt noch genügend spannende Sachen auf der Welt. Über sie zu berichten, bedeutet, sich Corona zu entwöhnen. Eine Studie, die sich damit beschäftigt, welches der beste Weg ist, mit dem Rauchen aufzuhören, kommt zu dem Schluss, dass ein abruptes Aufhören die beste Chance böte. Soweit möchte bzw. kann dieser Blog nicht gehen – leider sieht er sich außerstande, etwas außerordentlich Schönes zu verkünden. Das ist wohl dem Hause Disney vorbehalten. Ohne Katastrophe geht es in diesem Blog nicht. Lange Rede, kurzer Sinn – ein russischer Tanker trieb steuerlos in der Arktis, jedoch, Glück im Unglück, war er leer, zudem sind gleich zwei Atomeisbrecher zur Stelle gewesen, die ihn aus der Eisfalle befreit haben. Die Russen werden die Rettungsaktion als Beweis ansehen, dass sie in der Lage sind, in Notfällen den Schutz der Umwelt zu gewährleisten. Der Ausbau der Gas- und Ölanlagen in der Region wird weitergehen. Einzig der Ölkrieg mit den Saudis könnte die Russen davon abhalten, die Investitionen zu stoppen. Das Problem der Scheichs ist, dass sie nur Öl als Waffe haben, während Putin noch sein Gas in den Kampf werfen kann. Letzterem gehört die Zukunft. Aber vielleicht schaffen die Saudis doch ihre Reconquista – die Ölheizung erobert verlorengegangenes Terrain, von man dachte, es würde den Scheichs nie wieder in die Hände fallen, zurück. Das wäre ein Wunder, das wir wegen des Kohlendioxids wirklich nicht gebrauchen können. Etwas halbwegs Lustiges hat der Blog aber noch: im Wettstreit zwischen Blockierern und Gejagten haben die Russen einen Sieg erringen können – die GIs waren mit ihren Fahrzeugen zu spät dran, so dass die Russen nach rechts abbiegen konnten.
PS: Vielleicht tue ich ARTE Unrecht, ihn wegen der Verschiebung zu kritisieren. ARTE hat die Serie noch in der Mediathek. So gemütlich wie vor dem Fernsehen ist aber das Gucken nicht.