Als ob ein Klon von mir existierte,

und an der Vorstellung, ich könnte einen Klon haben, trägt Heine gehörig Mitschuld, denn als ich merkte, dass mein Blog geklont worden war (man findet mich seit ungefähr Montag topaktuell und unverschlüsselt nun auch unter http://andreesblog.veranstaltungsagenturkolibri.de/blog/), fiel mir nach nur wenigen Minuten dessen Satz, „dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen“ ein – der Gedanke, dass jemand, der Blogs klont, auch Menschen klont, kann dann nur die logische Schlussfolgerung sein. Während kaum ein Schriftsteller etwas Gutes an der Vorstellung, seine Bücher könnten auf dem Scheiterhaufen landen, findet, kokettiere ich ein wenig mit der Illusion, aufgrund meines Blogs gäbe es mich irgendwo auf der Welt noch einmal, und zwar als Klon, der im Gegensatz zu jener meiner Webseite, der alles macht, was ihr das Original vorgibt, anders als ich sein könnte, solange er nicht einen Nobelpreis gewinnt. Dann wüsste ich, etwas falsch gemacht zu haben. Da ich als Babyboomer aber kaum zu fürchten braucht, meinem Klon würde das gelingen, könnte ich der Dinge, die kommen mögen, gelassen entgegensehen. (Da den immer Wissenschaftler weit jenseits des Rentenalters bekommen, ist nicht anzuschließen, dass es meinem Klon gelänge, seine geistigen Fähigkeiten, die eigentlich meine sind, voll auszuschöpfen. Das wäre dann ein Wunderbabyboomer.) In einer Zeit, wo die Jünger und deren Nachfolger nicht hunderte Jahre Zeit haben, ihre Lehre an den Mann und die Frau zu bringen, wäre es natürlich schön, wenn die Möglichkeit bestände, eine Person in großer Stückzahl in der Hoffnung zu kopieren, diese mögen mit ihren Vorstellungen die Welt verändern. Leider lässt sich Greta nicht kopieren und an jede Schule der Welt verschicken. (Nicht auszuschließen, dass in der einen oder anderen Schule, zum Bsp. jener, die Donalds Sohn besucht, Kopien den Klimawandel leugnen würden.) Aber wie sieht es mit den Klonen der Wunderkinder aus? Jene, die mit 10 Abitur machen und zwei Jahre später ihr erstes Studium abgeschlossen haben? Wird man denen im Laufe ihrer Erziehung sagen, sie müssen wegen ihres einzigartigen Erbmaterials große Dinge leisten?

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