Auf der Autobahn zur Krim

Ausgerechnet bei der Eröffnung der Brücke zur Krim den Zimmermann erleben zu dürfen, hätte sich niemand, der Putins Abenteuer kennt, träumen lassen – für ein oder zwei Sekunden sah es wirklich so aus, als könnte er die legendäre Fahrt Zimmermanns, dessen Mofa in Zeitlupe mit ihm als Fahrer durchbrannte (leider ist das Video aus dem Netz verschwunden), noch toppen. Nur Zentimeter war der LKW, den Putin mit seiner ungestümen Fahrweise nach rechts drängelte, von den Leitplanken entfernt. Da ich nicht weiß, ob die Sache so glimpflich wie beim CSU-Mann, der angesichts des Aufsehens, den sein Fahrstil erregte, froh sein konnte, dass ihm dieses Missgeschick am Ende seiner Ministerkarriere passierte, ausgegangen wäre, will ich es damit bewenden lassen – Putin hat es geschafft, seinen LKW mindestens 19 Kilometer auf dem Bauwerk, das für Laien nur ein Herausforderung, nämlich die steile Rampe zur Hochbrücke, parat hat, unfallfrei zu bewegen. Mit der Beschaulichkeit ist es, so fürchte ich, ist es, auch dank eines neuen Flughafenterminals, ab morgen, wenn die Verbindung für den Verkehr freigegeben wird, dann vorbei – die Russen werden die Krim überrennen. Ökologisch vernünftig ist das nicht, vor allem wenn an der Zufahrtsstrecke, wie in Videos zu sehen ist, in relativ kurzen Abständen Lichtmasten, die man hierzulande nur in den Städten findet, stehen. Lichtverschmutzung nennt man das wohl. Auf der Krim bzw. in Russland scheint man davon noch nichts gehört zu haben. Der Strom muss sehr billig sein, wenn man es sich leisten kann, Autobahnen zu beleuchten. Der Überfluss an fossilen Energieträgern macht es möglich. Unbeirrt wird in deren Ausbeutung investiert. Obwohl längst sicher ist, dass erneuerbare Energien schon bald billiger als herkömmliche sein werden, lässt die Regierung neue Kohlehäfen bauen. Mir ist rätselhaft, wer dort anlaufen soll. In Sachen Umweltschutz ist Putin ein totaler Ausfall. Mir scheint, dass er alles tut, damit sein Russland in dieser Hinsicht zurückbleibt. Einzig jene Technokraten, die dafür sorgen, dass in Moskau neue Metro-Strecken in den Boden gestampft sowie E-Busse angeschafft werden, können für eine Wende sorgen. Bleibt zu hoffen, dass die 200 E-Busse, die man angeschafft hat, so gut funktionieren, dass den Skeptikern die Kritik ausgehen möge.

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