Mildred macht ihrem Namen keine Ehre

Ein Name hält nicht immer das, was er verspricht, was in Ebbing, um das das Internet ein Bogen gemacht hat, so dass eh nichts nachgeschlagen werden kann, keine Rolle spielt, denn hier kennt man Mildred, die eigentlich von sanfter Kraft sein soll, nur als Powerfrau, die nicht nur keiner Auseinandersetzung, egal ob verbal oder physisch, aus dem Weg geht, sondern diese meistens auch noch gewinnt, so dass sie es mit Rose und Eula, beide gespielt von Katharine Hepburn, locker aufnehmen kann. Ein besseres Kompliment – immerhin handelt es ich um die Oskar-Rekordhalterin – kann es für die Mildred-Darstellerin France McDormand gar nicht geben. Im Gegensatz zur Hepburn muss McDormand gleich gegen eine Herde Machos und Hinterwäldler ankämpfen, um am Ende selbst ihren hartnäckigsten Widersacher für sich zu gewinnen. Nur mit ihrer Familie hat sie, von ihrem Sohn mal abgesehen, kein Glück – von ihrem Mann lebt wie wegen seiner ihr gegenüber Handgreiflichkeiten getrennt, während ihre Tochter vergewaltigt und umgebracht wird. Dass ausgerechnet das Opfer die unsympathischste Person im ganzen Stück ist, spiegelt McDonaghs Intention wieder, den Zuschauern Wendungen, mit denen überhaupt nicht zu rechnen ist, zu präsentieren. Da bei den Ermittlungen nichts herauskommt, entschließt sich Mildred, den Dorfpolizisten (verglichen mit denen ist Polizeihauptmeister Krause ein Intellektueller) Feuer unter ihren Hintern zu machen. Dass diese nicht besonders begeistert darüber sind, von ihr in der Öffentlichkeit an den Pranger gestellt zu werden, ist klar. Schnell eskaliert die Auseinandersetzung, und das zur Freude der Zuschauer, denn trotz der „Grausamkeiten“, die Mildred und Dixon begehen, erzählt McDonough die Geschichte recht humorvoll und witzig. Selbst der Tod und üble Verletzungen können ihn nicht davon abhalten, alles daranzusetzen, die Zuschauer zum Lachen oder zum Amüsieren zu bringen. Wer in Ebbing lebt, muss schon hart im Nehmen sein. Da sollte man als Zuschauer nicht nachstehen. Neben der schauspielerischen Leistung Mildreds und der Polizisten beeindrucken die vielen schrägen Typen, von denen es im Film nur so wimmelt. Normal, also Großstadtmensch, ist niemand in diesem Ort. Der Film ist auch ein Plädoyer für das Leben auf dem Land, wo man Leute findet, die in städtischen Breiten schon längst als ausgestorben gelten. Der Film ist ein Muss für alle, die burschikosen Humor mögen.

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