Martin sollte ein halbes Jahre dranhängen

Noch einmal Glück gehabt, denn beim Pech, das Martin nicht von seiner Seite weicht, seitdem er wieder in Deutschland ist, hatte ich befürchtet, dass während seiner Amtszeit als Außenminister der 3. Weltkrieg, an dem er, da war ich mir nach den vielen Missgeschicken ganz sicher, wegen diplomatischer Fauxpas mit zu verantworten hätte, ausbrechen werde. Gerade noch rechtzeitig hat sich der Chef der SPD in NRW erinnert, wie Demokratie funktioniert – nach Rückfragen bei den Ortsverbänden, deren Mitglieder wohl auch einen neuen Weltkrieg fürchteten, hat er Martin darüber informiert, dass sich die Begeisterung der (Basis)-Genossen über Martins Coup in Grenzen halten würde, worauf diesem gar nicht anderes übrig blieb, als zu erklären, nicht für den Posten zur Verfügung zu stehen. Um nicht wie Martin Geschichte zu werden, täte die SPD gut daran, dafür zu sorgen, dass sich neben Nahles noch andere Mitglieder für den Posten des Vorsitzenden bewerben. Das wäre wohl der erste Schritt, beim Wähler, der den Eindruck haben muss, in der Partei werde noch mehr als in der Domstadt geklüngelt, zu punkten. Der Sieger darf dann wenigstens von sich behaupten, nicht vom Parteivorstand protegiert worden zu sein. In dem halben Jahr, das Martin dranhängen könnte, um eine faire Wahl zu gewährleisten, ließe sich Vertrauen zurückgewinnen. (Wenn Martin vor mehr als einem Parteivorsitzenden gewählt wurde, weil niemand den Posten wollte, wird es schwer werden, jemanden zu finden, der Nahles fordert.) Mit ziemlicher Sicherheit wird die alte Tante die Sache wieder vergeigen – Martin wird nach der Entscheidung der Mitglieder über die Groko zurücktreten. Nahles wird ohne Chefin, ohne dass ihr jemand den Posten streitig macht. Und bei den nächsten Wahlen ist die Partei nur noch drittstärkste Kraft im Land. Vergeigt hätten die Deutschen auch ihren ersten Auftritt bei Olympia, wenn es nicht noch Länder geben würde, die das Kunststück fertiggebracht haben, ihre Athleten noch unmodischer einzukleiden. Die Schweden und Neuseeländer haben ihre Sportler in einem IS-Outfit nach Korea geschickt – schwarz wie die Nacht kommen sie daher. Dass man mit einer knallig-leuchtenden Farbe aus einer IS-Kluft schicke Kleidung macht, zeigen die Belgier, deren gelbe Schals (es können auch die Kragen sein) dem Outfit etwas Besonderes verleihen. In puncto Mode ist Olympia ein richtiger Reinfall. Selbst die Russen, die in ihren langen weiß-grauen Mänteln den Eindruck vermitteln, sie würden anschließend noch in die Oper gehen, können nicht überzeugen.

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