Auf die eine oder andere Art wiederholt sich Geschichte doch

Geschichte wiederholt sich, nur eben anders – während vor mehr als 28 Jahren die alte SED-Riege gehen musste, weil sie es u. a. versäumt hat, ihre Nachfolge in einer Form, mit der die Menschen leben konnten, zu regeln, scheinen jetzt die hierarchischen Strukturen, die sich die SPD verordnet hat, um an der Macht zu bleiben, es der Partei unmöglich zu machen, einen Neuanfang zu wagen, sprich Führung sieht wegen ihres Machterhaltungstriebs den Wald vor lauter Bäumen nicht, denn genau jetzt wäre der richtige Moment, die Mitglieder den Parteivorsitzenden wählen zu lassen. Die Vorstellung, ein deutscher Corbyn könnte Merkel (ich glaube kaum, dass die Mitglieder sich gegen die Koalition entscheiden werden) zu Fall bringen, muss bei Nahles und Co. Albträume auslösen. Lange, die im Interview auf Phönix eine Erklärung abgegeben hat, die sie als formidable Herausforderin Nahles um den Posten des Vorsitzenden ausweist, hätte in einer Kampagne, die zwei oder drei Monate dauert, beste Chance, die Mitglieder von ihren Fähigkeiten zu überzeugen. So wie Corbyn es tat, der mit einer Mehrheit, die keiner vor ihm erreicht hat (40 Prozent), zum Chef Labours gewählt wurde. Diese Geschichte darf sich in Deutschland, so scheint es, nicht wiederholen, selbst wenn die Chancen, in der SPD jemand zu finden, der genauso links wie er ist, gegen Null tendieren. Die Geschichte wird zeigen, dass die Führung die falsche Entscheidung getroffen hat. Wie die Geschichte Corbyn beurteilen wird, weiß heute niemand zu beurteilen. Er würde als politische Genie in die Geschichte eingehen, sollte er den Brexit, den er bisher als Willen des Volkes akzeptiert hat, verhindern. Je größer das Chaos, das die Tories anrichten, desto höher stehen die Chancen, den Ausstieg noch stoppen zu wollen, vorausgesetzt, der EU-Gegner Corbyn will es überhaupt. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Geschichte, trotz seiner fortschrittlichen Politik, über ihn das Urteil „mitgefangen, mitgehangen“ fällt. In solch einem Dilemma befindet sich die SPD nicht. Sie hat alle Zeit der Welt, sich neu zu definieren. Umso unverständlicher, dass sie sich nicht traut, etwas Neues zu wagen. Statt sich mutig in die Schlacht zu wagen, gehen die SPD-Bosse dieser aus dem Wege – vermutlich solange, bis keiner mehr mit ihr kämpfen will, weil sie zu schwach geworden ist. Siegen lernen heißt, wie wir aus der Geschichte wissen, von den Russen zu lernen, denen die Auguren, als sie ihre Kampagne starteten, ein Desaster, das jenem in Afghanistan in Nichts nachstehen würde, vorausgesagt hatten. Während früher Verluste keine Rolle gespielt haben, kämpfen die Russen heute wie Odysseus – ihr Trojanisches Pferd, mit dem auf einem Schlag bekanntlich der Krieg entschieden war, besteht nicht aus Holz, sondern ist in der Taktik begründet, Assads Truppen nicht um jeden Preis zu unterstützen. Selbst der Tod eigener Landsleute, die als Söldner für ihn gekämpft haben sollen, scheint die Russen nicht davon abzubringen, von ihrem Kurs, bestimmte Gruppierungen aus dem Weg zu gehen, abzuweichen. So haben die Russen nicht eingegriffen, als die Amerikaner wegen eines Panzers, der auf die Kurden das Feuer eröffnete, die Syrier mit ihren B-52 Bombern schwere Verluste zugefügt haben sollen. Es wird vermutet, unter den Toten seien viele Russen. Wie lange das noch gut geht, kann niemand sagen. Die Israelis haben schon eine Maschine verloren (die erste nach 1982). Mit Sicherheit wird das nicht der letzte Abschuss gewesen sein.

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