Ein ideales Versteck

Da heute der erste September ist sowie alle Welt darüber schreibt, die Nazis hätten ein Zug in Schlesien im Gebirge verschwinden lassen, frage ich mich, was wohl wäre, wenn ein Grund zur Annahme bestünde, der Führer könnte aus Berlin entkommen sein, denn das eigentlich Interessante ist nicht, ob in den Waggons, sollten sie existieren, sich Schätze wie bspw. das Bernsteinzimmer befinden, sondern den Nazis klar gewesen sein muss, das perfekte Versteck gefunden zu haben – tief im Feindesland, wo niemand Wertvolles und Kostbares vermuten würde. Da die Deutschen alle fliehen würden und in diesem Teil Schlesiens kaum Polen lebten, brauchten sie nicht zu fürchten, die Einheimischen könnten sich bei der Roten Armee mit ihrem Wissen anbiedern. Die Polen, die kamen, hatten anderes im Sinn, als ihre neue Heimat tiefgründig zu erforschen. Armer Captain Flint – ausgerechnet die Nazis haben ihn übertroffen. Noch besteht Hoffnung. Nichts ist bewiesen.

Was liegt näher, nach diversen Berichten (u.a. auch einer Kolumne Karasseks), die ein wenig den Eindruck erweckten, ohne den Hitler-Stalin-Pakt hätte es den 2. Weltkrieg nicht gegeben, heute, am Tag des Kriegsausbruchs, zu vermuten, Stalin könnte den Führer mit dem Zug nach Sibirien verfrachtet haben, wenn ich es nicht besser wüsste? Waggons, geparkt im Nirgendwo, in der tiefsten Einöde, wo den Ureinwohnern der Krieg entgangen ist. Auf dem einsamsten und abgelegensten Abstellgleis, das es je gegeben hat.

Wer hätte gedacht, dass wieder tausende Menschen per Zug nach Deutschland einreisen? Gut, ich übertreibe, jedoch bin ich damit nicht alleine. Drei oder viertausend sind es wohl nur gewesen. Dass sie bis jetzt freudig begrüßt werden, hat sicherlich andere Gründe als jenen, den Fleischhauer mit seiner These von der Idealisierung des Fremden anführt (um sich eine Meinung bilden zu können, ist das Lesen dieses Artikels ein Muss). Bekanntermaßen lädt man sich nur Freunde ein, mit denen man kann. Der idealste Gast ist ein Soulmate (Seelenfreund klingt schrecklich altmodisch). Wegen der Sprache wird es wohl ziemlich schwer sein, auf Anhieb einen zu finden. Dafür haben sie den gleichen Stallgeruch – es ist die (obere?) Mittelklasse, die nach Deutschland kommt. Angesichts der horrenden Preise (selbst für Europäer), die die Schlepper für ihre Dienste verlangen, kann ich mir schwer vorstellen, dass viele Personen, die für syrische Verhältnisse wenig verdient haben, unter den Flüchtlingen sind. (Hinzu kommt, dass das Land nach vier Jahren Bürgerkrieg ziemlich verarmt sein dürfte). Des Weiteren haben sie mit den Islamisten nichts am Hut. Dass jemand von denen wieder nach Syrien geht, um für den IS zu kämpfen, ist höchst unwahrscheinlich. Ich kann mir, von der Sprache mal abgesehen, keine „besseren“ Flüchtlinge vorstellen. Vermutlich bewahrheitet sich wieder Linnekers Einschätzung, am Ende würden immer die Deutschen gewinnen. Kein Wunder, dass Europa skeptisch auf das Land schaut.

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