Die Franzosen wieder

Und wieder hat es Europa verbockt, denn statt erst einmal die Gruppierung, die sich am ehesten abwählen ließe, zu unterstützen, hat Hollande für das Eingreifen seiner Fremdenlegionäre eine Bedingung gestellt, die Syrien weiter ins Chaos treibt – die Legion rückt erst an, wenn Assad zurückgetreten ist. Statt dem kleineren Übel zu helfen, das größere aus dem Land zu treiben, hat sich dessen Regierung entschlossen, beim Status Quo, von dem nur IS profitiert, zu belassen. Dümmer konnte es für Europa nicht laufen. Ein Blick in Wiki – Stichwort „lesser of the two evils principle“, das vermutlich für jeden Studenten der Politikwissenschaft Pflicht ist, jedoch die Lehrenden nicht davon abhält, zu verkünden, ja die Hände von Assad zu lassen – hätte genügt, um sich klarzuwerden, dass man sich für eine Seite entscheiden muss. Ruhm kann man damit nicht gewinnen. Aber wer weiß schon, dass der Slogan „lieber Türke als Papist“ die protestantischen Holländer im Kampf gegen die katholischen Besatzer (Spanien) einte. Mir war der Spruch jedenfalls nicht bekannt. Sicherlich schämen sich heute die Protestanten für ihre Vorfahren. Daran will keiner mehr erinnert werden. Die orthodoxen Christen hatten lt. Wiki auf dem Balkan das Motto „lieber den Turban als die Mitra“ herausgegeben. Die Deutsche haben da nichts Lebensbejahendes entgegenzusetzen. Goebles viel nur „lieber tot als rot“ ein, was nun wahrlich keine Alternative ist. Da weder die Holländer türkisch noch die orthodoxen Christen muslimisch geworden sind, ist zu vermuten, dass eine Unterstützung Assads nicht unbedingt bedeuten muss, er und sein Clan würden das Land ewig regieren. Dass scheint dem Westen zu ungewiss zu sein. Während im 2. Weltkrieg jene Staaten, die sich Alliierte nennen sollte, etwas Faktisches, nämlich der Krieg, veranlasste, sich zusammenzuschließen, fehlt im Falle Syrien dieses noch. Nur Merkel spürt Druck. Wegen der Flüchtlinge will sie mit Assad verhandeln. (Was hätte sie für Ideen aus dem Hut gezaubert, wenn die Medien sie ab und an kritisiert hätten. Stattdessen liegt ihr letzte gute Tat, die Abwrackprämie, Jahre zurück.) Dass Hollande querschießt, zeigt, wie uneins Europa sich ist. Da wegen des Patts die Aussichten, dass sich das Land zum besseren verändern könnte, äußert gering sind, werden noch mehr Syrier sich auf den Weg in den gelobten Kontinent machen. Marine Le Pene wird es freuen. Sie wird in der Gunst der Wähler steigen. Die vielgepriesene „Willkommenskultur“ (eine schreckliches Wort) als Stimmenkiller? Lt. den Meinungsumfragen klettern Politiker, die das Wort nicht in dem Mund nehmen, in der Gunst der Wähler nach oben. Das will ganz und gar nicht zur Berichterstattung, die den Eindruck vermitteln, die Deutschen könnten nicht genug Flüchtlinge bekommen, der Medien passen.

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