Bald entscheidet der Computer

Ist das der Anfang vom Ende des Managers, wie wir ihn kennen und dank Steve Jobs (mit wenigen Ausnahmen) sogar schätzen gelernt haben? Die Aktionäre Apples brauchen sich erst einmal keine Sorgen zu machen – solange jemand an der Spitze steht, der die Produkte erfolgreich an den Mann bringen kann (natürlich geht das nur, wenn sie gut sind), und niemand danach fragt, unter welchen Bedingungen die Arbeiter sie herstellen (hat sich eigentlich etwas in China verbessert?), muss kein Boss fürchten, sich eines Tages gezwungen zu sehen, bei einer anstehenden Verbesserung eines Produkts darauf zu achten, was ihm ein Computerprogramm, das alle Daten, die irgendwie wichtig sein könnten, nicht nur speichert, sondern unter denen auch noch die auswählt, die es für die Entscheidungsfindung als wichtig ansieht, ja womöglich das Programm sogar vorschlägt, wie das neue Geräte aussehen soll. Das wäre der Idealfall – die Software bestimmt, was gebaut wird. (Die Informationen holt es sich aus dem Internet.) Ob dies jemals möglich sein wird, weiß ich nicht. Vorstellen kann ich mir das aber schon. Obwohl es oft besser ist, über heikle Vorgänge, die nur schwer korrigiert werden können, nichts zu wissen, vermute ich, dass der ehemalige VW-Vorstand über die Situation in den Staaten gerne im Bild gewesen wäre. (In Stalingrad war es genau umgekehrt – da niemand hören wollte, dass Stalins Soldaten an den Flanken der 6.Armee aufmarschieren würden, hat man einfach die Beobachtungen der Fernaufklärer, die tagsüber große Staubwolken ausmachten, verschwinden lassen.) Eine Software, die in der Lage ist, auf den Servern jene Mails, die bedeutend sind, jedoch in den unteren Ebenen hängen bleiben, zu finden, um sie an die Führung bzw. deren Berater zu senden, hätte ihnen, sollte es sie geben, weitergeholfen. Da aufgrund einer Kommunikationspanne der Aktionskurs innerhalb kurzer Zeit dramatisch einbrechen kann, werden sich immer mehr Firmen genötigt sehen, potentiellen Aktienkäufern zu versichern, dass bei ihnen nichts hängenbleibt. Dank VW bricht wohl ein neues Zeitalter der Überwachung an. Wenn es nur dabei bleibt, dass das Programm die Schreiben bestimmter Absender von selbst weiterleitet, muss das nicht unbedingt schlecht sein. Während es für die Manager enger wird, genießen unsere Politiker Freiräume, von denen ein Normalbürger nur träumen kann. Bestes Beispiel ist Merkel, der sich niemand zu sagen traut, dass ihre Ankündigung, die Anzahl der Asylanten nicht zu begrenzen, unsinnig ist. Ein Grüner (Palmer) hat sie vorgestern dafür scharf bei Ilner kritisiert (sehr sehens- und hörenswert). Da Politiker keinen Aktionären rechenschaftspflichtig sind, ist es bei ihnen mit einem einfachen Mailprogramm nicht getan – sie bräuchten ein Chip, der ihnen das Fabulieren erst erlaubt, wenn ein Sensor meldet, sie würden etwas halbwegs Realistisches zum besten geben. Der Bausatz hätte Merkels Behauptung nur freigegeben, wenn noch der Hinweis gekommen wäre, sie wolle in den nächsten 5 Jahren eine Millionen Wohnungen bauen lassen. Und Schäuble entlassen, wenn er sich weigere, dafür das Geld locker zu machen.

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