Auf Sizilien ist der Teufel los

Es kommt meistens anders, als man denkt, was für Merkel bedeutet, dass sie 20.000 Ostmark, die sie mindestens hätte auf den Tisch legen müsse, um ihre in der DDR gemachten Pläne, als Rentnerin die USA zu bereisen, in die Tat umzusetzen, auf ihrem Euro-Konto belassen kann – statt zum Big Apple geht es nach Sizilien, das, ähnlich wie die Staaten, nichts mit Pauschaltouristen, die sich nur für den Strand interessieren, am Hut hat. Und wenn dort dann nur Leute, mit denen man selbst partout nichts zu tun haben will, anzutreffen sind (wie bei der Pauschalreise, die die Bürger für Merkel gebucht haben), kann der Aufenthalt zu einem Albtraum werden. Glücklicherweise hat der Veranstalter einiges getan, um Spannungen abzubauen – für den Fall, dass der Ätna, die Hauptattraktion Siziliens, abends nicht ausbrechen sollte, hat man mit dem Ensemble der Mailänder Scala, das vor antiker Kulisse ein Konzert geben wird, einen würdigen Ersatz gefunden. Wenn Putin von den Vorgängern der Runde nicht ausgeladen worden wäre, hätte der sogar am Klavier mitmachen können. Wäre Berlusconi (Gesang) noch dabei, hätte der Veranstalter die Musiker nicht nach Sizilien einzufliegen brauchen. Beiden kann von den jetzigen Teilnehmern nur Trump das Wasser reichen – ausgerechnet der Mann, von dem ich nach seiner Rempelei auf dem NATO-Gipfel dachte, er gehört nach Wangen (für alle Leser, die das Festival besuchen, der Hinweis, dass die Bierpipeline fertig ist), hätte mit einer Darbietung, die er 2011 zum Besten gab, im Blauen Bock auftreten können. Heinz Scheck und Donald Trump – ein Traumpaar, auf das die Weltgeschichte leider verzichten muss. Damals war Donald noch richtig locker. Da die beiden Frauen, mit denen er zusammen ist, wohl nicht nach seinem Geschmack sind, hängt viel davon ab, ob Merkels Ehemann es schafft, ihn für klassische Musik zu begeistern (Donald mag dies und das). Wer es schafft, seine Frau dafür zu begeistern, in Bayreuth Wagner über sich ergehen zu lassen, sollte in der Lage sein, ihn versöhnlich zu stimmen – er tut es für die deutsche Autoindustrie, deren Produkte Trump in den USA verbieten will, sowie für die Menschheit, die von ihm erwartet, dass er sich zum Klimaschutz bekennt. Morgen wissen wir, ob er Erfolg hatte. Dass Theresa May nach Sizilien mit dem Gedanken, beim nächsten Treffen der G7 womöglich nicht dabei zu sein, hätte sie, als sie nach Ostern Neuwahlen verkündete, nie im Leben gedacht. Ein Viertel, nämlich 5 Prozent, ist sie Labour noch voraus. Während es für sie richtig eng werden könnte, darf sich Macron zurücklehnen. Und das als Präsident, mit dessen Amtsantritt die Franzosen am unzufriedensten sind. Selbst Hollande war zu diesem Zeitpunkt seiner Präsidentschaft beliebter. Dass trotz des schlechten Wertes die Auguren meinen, Macrons Partei bzw. Bewegung werde die absolute Mehrheit bei den Wahlen im zwei Wochen für sich verbuchen, grenzt an ein Wunder biblischen Ausmaßes. Um Le Pen zu schlagen, hat sich die sozialistische Partei, wie im Blog vorhergesagt, praktisch selbst vernichtet.

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