Wissenschaftler machen Hoffnung

Wenigstens ist auf die Wissenschaftler noch Verlass, denn während in der Politik die Leugner und Versteher der globalen Erwärmung aus Furcht, sie könnten die Wähler langweilen, das Thema meiden, haben sie allen, bei denen sich in den letzten Tagen die frustrierende Vorstellung breit gemacht hat, jeder kommende Sommer würde so wie dieser ausfallen, Hoffnung gemacht – schon in vier Jahren plus einiger Wochen könnte alles wieder so wie früher sein. Frühestens dann würden die natürlichen Effekte, die den Wandel noch weiter anheizen, abklingen, meinen die Wissenschaftler. Im nächsten Jahr könnte, global gesehen, es aber noch schlimmer kommen. Eine Herausforderung für alle, besonders jedoch für die Gartenfreunde, die jahrelang gewohnt waren, ihren Nachbarn Erträge vorzugaukeln, die selbst für Bauern, die Monsantos vollständige Produktpalette auf ihre Äcker kippten, unerreichbar waren. Damit ist nun erst einmal Schluss. Aber die Gartenfreunde wären nicht Gartenfreunde, wenn sie sich nicht neue Ziele setzen würden. Eines könnte sein, miteinander zu wetteifern, wer den dürrefestesten Garten der Anlage hat. Da ich überhaupt nicht weiß, was ich tun muss, um zu erreichen, dass trotz extremer Trockenheit überhaupt etwas wächst, sehe ich mich im nächsten Jahr in mindestens einem Seminar, in dem mir ein Wissenschaftler erklärt, auf was ich zu achten haben, sitzen. Ich vermute, dieses wird genauso lustig wie das über den Baumschnitt, bei dem ein älterer Teilnehmer überhaupt nicht begreifen konnte, warum jene Äste, die steil noch oben gehen, weggeschnitten werden sollten. Ein Wissenschaftler wird mir dann sagen, wie man mit 20 Tropfen Wasser eine Zucchini heranziehen kann (im Gegensatz zum letzten Jahr sind die Blätter diesmal recht winzig ausgefallen, so dass es unmöglich ist, eine zu übersehen, geschweige denn eine Riesenzucchini, die vom Durchmesser her es mit einer Anakonda aufnehmen könnte, zu züchten). Die Israelis haben so viel Erfahrung auf diesem Gebiet, dass deren Spezialisten spätestens nach dem zweiten Dürre-Sommer ihre Seminare in große Hallen abhalten könnten. Ehrlich gesagt graut es mir, den gesamten Garten verkabeln zu müssen. Zig Pumpen und Verteiler müssten laufen. An jeder Tomatenpflanze sollte ein Tröpfchen-Geber stehen. Aus Angst, in diesem Wirrwarr etwas kaputtzumachen, betrete ich die Beete nur noch, um zu ernten. Mich würde nicht wundern, wenn man für die Gärten in der Zukunft genauso viel wie für ein Auto ausgeben müsste.

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Kommt wegen Trump bald BRICSIT?

Kommt nach dem Brexit der BRICSIT? Was so ähnlich klingt, könnte unterschiedlicher nicht sein, denn während ein Brexit ein Brexit bleibt, könnte die BRICSIT zu einer BRICSITAMI werden, was bei erfolgreichen Verlauf dazu führen könnte, dass Eltern, die in den Ländern dieses losen Bündnisses leben, auf die Idee kommen könnten, ihre Töchter Bricsit oder Bricsitami zu nennen. Im Augenblick ist das aber so unwahrscheinlich wie Brexitzia (die Briten würden wohl das C bevorzugen) und Brexiter. Den Letztgenannten wird zwar nachgesagt wird, sie seien spleenig, jedoch haben sie noch genug Realitätssinn, dass niemand, selbst Boris Johnson, der zum schönsten Briefkasten, den das Empire je hervorgebracht hat, inkarniert ist (das merkt man erst nach längerem Hinschauen), nicht, auf die Idee kommen würde, Kinder und Enkelkinder so zu rufen. Anderswo würde sich kaum jemand an den Namen stören, wobei zu bedenken ist, dass die Zias wegen der Borgias (Lucrezia) völlig zu unrecht selbst bei Katholiken einen schlechten Ruf haben. Nun zurück zur BRICSIT, die noch eine BRICS ist, dank Trump aber nun das Potential hat, zu wachsen, denn Wirtschaftspolitik à la Donald heißt, dass alles noch viel schlimmer, als es ohnehin schon ist, wird, was selbst für Maßnahmen, die dazu dienen, die eigenen Position zu stärken, gilt. So bleibt ihm eigentlich gar nichts übrigbleibt, als auf die Zölle, die er den Türken für Stahl und Alu auferlegen will, nächste Woche noch einige Prozente darauf zupacken, um so die Kursverluste, die dazu geführt haben, dass die türkische Währung für die Amerikaner genauso teuer (wenigstens übers Wochenende) wie vor der Ankündigung der Strafe ist, wieder auszugleichen. Das ist nun die große Stunde der BRICS, die, um Trump eines Auszuwischen, auf die Idee kommen könnten, die Stoffe, die benötigt werden, um oben genannte Güter herstellen zu können, zu liefern und dafür nicht Dollar, sondern Rubel oder Yuan zu nehmen. Wäre BRICS in der Lage, alle Dinge, die gebraucht werden, zu bereitzustellen, gäbe es den Dollar als Leitwährung nicht mehr. Davon ist das Bündnis weit entfernt, aber immerhin reicht es, Trump ein paar Nadelstiche zu versetzen. Da von den BRICS-Staaten Russland im Augenblick das einzige Land ist, das sich konsequent vom Dollar verabschiedet, verdanken die Russen die neuen Sanktionen wohl nicht den Skripals, sondern Putins Wirtschaftspolitik – als einziges Land hat Russland alle amerikanischen Staatsanleihen abgestoßen. Da scheint es folgerichtig zu sein, wenn die USA es verbieten sollten, russische Anleihen zu kaufen. Da bleibt den Russen nur, Brechts Frage, „was ist der Einbruch einer Bank gegen die Gründung einer Bank“, richtig zu beantworten. Klar, man sollte selbst eine gründen (auf Malta oder Zypern), die keine Geschäfte mit den USA macht, so dass keine Strafzahlungen drohen.

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Allzeithoch für die Grünen – wie lange?

Wie viel Grad brauchen die Grünen, um an der SPD und der AfD vorbeizuziehen? Sind es 40? Oder gar 43? Fest steht, dass eine in Stein gemeißelte 3, der eine Zahl, die von Tag zu Tag variiert, folgt, die Grünen gerade mal in eine Position, die ihnen immer einen Sichtkontakt zu den Spitzenreitern ermöglicht, gebracht hat. Liefen die Dinge in der Politik nach den gleichen Gesetzmäßigkeiten wie jene bei Tour de France ab, wäre es nur noch eine Frage der Zeit, bis die Grünen an den beiden oben genannten Parteien vorbeiziehen würden. Das neue Ziel hieße dann, bei den nächsten Wahlen Merkel, die weit vorab mit dem Handicap zu tun hat, niemanden zu haben, an dem sie sich orientieren kann, abzufangen. Die Politik ist aber kein Radrennen, wo man stur geradeaus fährt und dabei sich restlos verausgabt. Da reicht oft schon ein Haken, um sich die Verfolger für längere Zeit, manchmal sogar für eine ganze Legislaturperiode, vom Hals zu halten. Wird Merkel am 14.08., ihr erster Arbeitstag nach ihrem Urlaub, in Jena den Ausstieg aus der Braunkohle verkünden? Zuzutrauen wäre es ihr – nach dem Desaster in Fukushima hat sie nur vier Tage gebraucht, um in der Bevölkerung den Eindruck zu erwecken, dass die Tage der Atomkraftwerke gezählt sind. 8 Werke hat sie auf die Schnelle stilllegen lassen. Später setzte sie den endgültigen Ausstieg aus der Kernenergie durch. Seit dieser Entscheidung dümpeln die Grünen bei 8 Prozent herum. Hitze und Trockenheit haben sie nun wieder auf die Überholspur gebracht. Aber für wie lange? Mit der Verkündigung der Stilllegung aller Braunkohlenkraftwerke wäre eine neue Front, die dazu führen könnte, dass an anderen fürs erste Ruhe herrscht, eröffnet. Wen interessiert noch Seehofer, wenn die beiden großen deutschen Braunkohlereviere schließen müssen. (Das hiesige Gebiet ist zum Glück nicht so groß.) Deutsche Autofahrer, von den die meisten eher zur Union als zu den Grünen neigen, brauchen keine Einschnitte zu fürchten – während in Frankreich wegen der Hitze Geschwindigkeitsbegrenzungen gelten, darf hierzulande dank der Emissionssenkungen auch in den kommenden Sommern weiter gerast werden. (Vermutlich gibt es die Kohlekraftwerke nur, um der Autoindustrie zu ermöglichen, so lange wie möglich teure und überdimensionierte Autos zu bauen.) Und dann böte ein Ausstieg Merkel die Chance, als Klimakanzlerin abzutreten. An für sich ist sie diesen Titel schön längst los, jedoch angesichts des Wohlwollens, das die Medien ihr selbst bei Flops, von denen es viele gibt, entgegenbringen, ist nicht ausschließen, dass sie wieder zu einer wird. Die Grünen können, was ihre Wahlchancen betrifft, nur darauf hoffen, dass Merkel sich nicht bewegt bzw. versucht, die Hitze auszusitzen. So oder so hat es ein Geschmäckle – während nach einer Katastrophe, die in Deutschland nahezu ausgeschlossen ist (es sei den, Grönlands Eis würde über Nacht schmelzen), alle Hebel im Bewegung gesetzt werden, die vermeintlichen Gefahrenquellen außer Betrieb zu nehmen, tut unsere Politiker sich in diesen heißen Tag schwer, uns Auswege aus dem Dilemma aufzuzeigen.

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Tom Cruise – je älter der Wein, desto besser!

Alles nur wegen Cruise, denn bisher bin ich auf meine 60 Meter Sprints, die ich ab und zu einlegen muss, um den Bus zu bekommen, ganz stolz gewesen – ohne schniefen zu müssen, bin ich nach bei jedem Lauf, den ich gestartet habe, eingestiegen. Angesichts meiner hohen Erfolgsquote habe ich schon eine Fangemeinde, die vom Bus aus verfolgt, wie ich mich durch den Berufsverkehr schlage. Nun stellt sich die Frage, wie lange noch, denn seit gestern haben meine Fans die Möglichkeit, im Kino zu sehen, dass Cruise viel besser als ich laufen kann – ausdauernd sprintet er durch London, das aber nicht, wie man annehmen könnte, auf den Straßen (die Fußgängerwege sind eh überlastet), sondern auf dessen Dächern – ohne den Boden zu betreten, schafft er es von der St Paul‘s Cathedral bis fast vor Tate Modern. Dort angekommen, hat er noch die Kraft für mehr, während ich, wenn ich je das Ziel erreicht hätte (vermutlich wäre schon der erste Sprung über eine Häuserlücke zu kurz ausgefallen), völlig außer Atem sein würde. Cruise weiß eben, worauf es ankommt – Voraussetzung für ein gutes Abschneiden ist, sich keine Blöße zu geben, und das selbst in den Disziplinen, die man vorher noch nie ausgeübt hat (seine außergewöhnliche Gabe, sich binnen weniger Sekunden in jede Materie einzuarbeiten, ist wirklich beeindruckend). Für mehr braucht es noch einen spektakulären Plot mit einigen schönen Twists, viel Action, ein wenig Humor, schöne Bilder und eine Brise Gefühl. (Sein „je suis désolé“ hat eine Kinogängerin derart entzückt („ist er nicht süß“), dass schallend lautes Lachen im Saal ausbrach.) „Fallout“ hat nicht nur das, sondern erfüllt auch Kriterien, von denen ich gar nichts weiß, denn sonst hätten einige Kritiker den Film mit Cruise nicht als einen der besten Actionfilme, der je gedreht wurde, gepriesen, was sich aber schnell relativiert, wenn ich mir anschaue, dass Bruce Willis die Liste anführt. Wenn ich mich zwischen Willis‘ Gefühlskino und Cruises Intelligenzkino entscheiden müsste, würde ich mich für die analytischen Film entscheiden. In den Zeiten, wo Prominente mit Belanglosigkeiten und Nichtigkeiten für Schlagzeilen sorgen, tut es geht, sich einen Film anzuschauen, in dem der Protagonist wenigstens den Versuch unternimmt, alles möglichst perfekt zu planen. Und wenn es nicht klappt, ist improvisieren angesagt. Letzteres nehmen die Leute vermutlich Cruise noch ab, wenn er sich mit einer Glatze auf Verbrecherjagd begeben würde.

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Dieser Blog weiß Rat gegen die Hitze

Keine Atempause, Geschichte wird gemacht“ – für diesen Blog gilt das selbst, wenn die Temperaturrekorde im Stundentakt gebrochen werden, was natürlich nicht heißt, dass dieser Blog beabsichtigt, so zu tun, als würde es die Hitzewelle gar nicht geben. Hier wird nichts ignoriert, sondern im günstigsten Fall versucht der Blog, Tipps zu geben, wie man einigermaßen unbeschadet die Jagd nach den Rekorden, die mit Ausnahme des Wetters eigentlich den Menschen selbst vorbehalten ist, übersteht. (Für die Leugner der Klimaerwärmung – da die Natur von sich aus keine Höchstwerte anstrebt, müssen die Menschen einen gehörigen Anteil an den neuen Superwerten haben.) Der beste Schutz vor einem Hitzschlag ist das klimatisierte Auto – gefühlt sind mehr PKW als üblich unterwegs, während die Zahl der Bahn- und Busnutzer, die in Halle auf den Komfort heruntergekühlter Abteile verzichten müssen, einen historischen Tiefpunkt erreicht zu haben scheint. Diesem Phänomen würde dieser Blog gerne nachgehen, wenn ihm nicht ein anderes, das wesentlich Spektakulärer ist, aufgefallen wäre – haben Sie schon einmal eine Muslima, die aus Stoff besteht, aus dem nur ihr Gesicht herausschaut, während der heißen Tage schwitzen sehen? Zwar ist es nicht so, dass mir in den letzten Tagen tausend begegnet wären, aber die 10 oder 15, die ich angetroffen habe, reichen aus, um mich stutzen zu lassen, zumal deutsche Frauen, die versuchsweise unter eine Burka geklettert sind, darüber klagen, sie würden schnell schwitzen, was natürlich die Frage aufwirft, ob sie nicht etwas falsch gemacht haben. Jene, die dem Autor dieses Blogs begegnet sind, haben jedenfalls nicht den Eindruck vermittelt, dass die gerade eine sportliche Höchstleistung vollbringen würden – ganz im Gegenteil, unverkennbar war ein gewisse Leichtigkeit, die uns bei diesen Temperaturen völlig abgeht. Ahnen Sie schon, was die deutschen Testerinnen außer Acht gelassen haben könnten? Ich vermute, Burka-Tragen bedeutet Tempoverzicht, sprich mit der Geschwindigkeit, die man gewohnt ist, sollte man sich keineswegs bewegen. Für echte Deutsche (also jene, die selbst bei den allerhöchsten Temperaturen von ihrem gewohnten Eiltempo nicht lassen können) ein Albtraum. Die werden nie lernen, sich in einer solchen Kleidung wohlzufühlen. Man muss, speziell wenn man zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs, bei einer Burka mehr Zeit mitbringen. Unter ihr dauert alles etwas länger, ja dieser Blog ist geneigt, zu behaupten, dass das Tragen der Gewänder samt Kopftücher bei Hitze faul macht, was nicht unbedingt schlecht sein muss, ist doch dadurch die Gefahr, geschädigt zu werden, wesentlich geringer einzuschätzen. Schade, dass es nichts Ähnliches für Männer gibt. Ein solches Outfit berechtigt dazu, für fast alle Dinge mehr Zeit in Anspruch nehmen zu dürfen. Das klingt wirklich verlockend.

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stiff upper lip (steife Oberlippe) – das Ende naht

Aber wenigstens dürfen wir Kontinentaleuropäer, trotz Dauer-Hitze, Dürren und Waldbränden, noch auf steife Oberlippe machen, ohne dass unser starres Festhalten an liebgewonnenen Gewohnheiten als Dummheit entlarvt wird; dank des Barentsobservers nämlich, der angesichts der Bedeutung, den der Nordpol für das Klima und Wetter hat, ein Muss für alle sein sollte, brauchen sie in den Küstenregionen Sibiriens in dieser Jahreszeit tatsächlich noch Eisbrecher – 1 Meter dickes Eis muss gerade ein russisches Atomungetüm durchbrechen, um erstmals in diesem Jahr einem Konvoi die Ost-West-Passage durch die Beringstraße zu ermöglichen. Werden diese Fahrten Routine, gibt es eine neue Gruppe, die gar nicht anders kann, als sich eine steife Oberlippe zuzulegen – niemand wird Chinas Seidenstraßen, in die das Land gewaltigen Summen zu investieren gedenkt, nutzen, wenn der Transport über den Nordpol zwar ein wenig länger dauert, dafür aber viel billiger ist. Immerhin haben die Chinesen noch die Chance, ihr Geld in vernünftiger Projekte zu stecken, während die Briten sich mit ihrem Brexit so hoffnungslos verrannt haben, dass sie nicht einmal mehr zu einer stiff uper lip fähig sind. Falls sich die EU genauso hart und unnachgiebig wie die Sieger, die in Versailles über die Reparationszahlungen Deutschlands verhandelten, zeigen sollten, fürchten die Erfinder der steifen Oberlippe ein britisches Weimar. Deshalb müsse Brüssel nachsichtig mit May sein, denn etwas Besseres als was sie jetzt auf den Tisch gelegt hat wird London nicht einreichen. So abschreckend es auch sein mag, in naher Zukunft erleben zu müssen, wie das britische Pendant (extra steife Oberlippe?) zum Führer Chaos in die Welt bringen wird, ist nicht davon auszugehen, dass Brüssel nachgibt. Wer Trump zum Einlenken bewegen kann, wird sich nicht von widerspenstigen Briten, die mit allen Tricks versuchen, ein Loch in die Phalanx der Europäer zu schlagen, beeindrucken lassen. Wäre das Königreich jetzt schon draußen, würden deren Bewohner spätestens im nächsten Jahr mit einem Blick, den Hunde machen, wenn etwas zu essen haben wollen, nach Europa schauen – während hier dank Junckers Soja-Deal mit Donald die Fleisch- und Wursttheken prächtig gefüllt sein werden, herrschte in denen auf der Insel eine Leere wie zu Zeiten der letzten Jahre der Sowjetunion. (Amerikas teures Flüssiggas überlassen wir gerne den Polen und Balten.) Ein Land voller Zwangsvegetarier, denen es nichts ausmacht, Hunde- und Pferdefleisch zu essen. Junckers Deal kann für das Klima zwar nicht schlechter sein, jedoch erlaubt er uns, unsere Gewohnheiten beibehalten zu können. Die Insel auf dem Weg zum Kuba Europas? Das galt mal als Vorbild für Lateinamerika, dank der Unterstützung der Länder hinter dem Eisernen Vorhang. Die Briten müssten es allein schaffen. Dann kann man ihnen nur eine steife Oberlippe wünschen (eine wird da vermutlich gar nicht reichen).

PS: Wenigstens macht der Independent, die wohl einzige pro-europäische Zeitung im Lande, es den Brexitern so schwer wie möglich.

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Özil – einmal ein schwarzes Schaf, immer ein

schwarzes Scharf, und das ist Özil selbst für Leute, von denen ich gedacht habe, sie würden sich der Treibjagd, die gegen ihn läuft, verweigern, aber wenn selbst der Außenminister bzgl. Özils sich eines Vokabulars bemächtigt, das dessen ehemaligen Nationalmannschaftskollegen nicht zu fürchten brauchen, muss es um das Land wirklich schlecht bestellt sein – als Multimillionär (wenigstens arbeitetet er noch) hat er ihn bezeichnet. Das ist er auch, und vielleicht gehört er sogar zu jenen privilegierten Fußballern, die schon in einem Monat mehrfache Millionäre werden. Natürlich sollten diese exorbitante Verdienste kritisiert werden. Wenn aber bei Özil wegen seiner Kritik am DFB und an den Medien darauf verwiesen wird, ein in England lebender Multimillionär könne keine Auskunft über die Integrationsfähigkeit in Deutschland geben, kommt schon der Verdacht auf, hier wird mit zweierlei Maß gemessen – wer aufmuckt, der bekommt zu hören, er verdiene zu viel Geld, um als Maßstab zu dienen, während jenen, die schlecht spielen, aber nichts Kontroverses zu sagen haben, die Anschuldigung, ihre Leistung sei so schlecht, weil sie zu viel verdienen würden, erspart bleibt. Vielleicht ist es auch das der Grund, warum sich die deutschen Profis nach ihrem Ausscheiden so reumütig und zutiefst einsichtig gegeben haben. Für Özil ist es nichts Neues, mit dem großen Geld in Verbindung gebracht zu werden – als er von Schalke ging, hat der Verein es mithilfe der Bild geschafft, ihn als geldgierig abzustempeln. Sein Verhängnis war, Schalkes Angebot (leistungsbezogen wohlgemerkt) von 1,5 Millionen Euro nicht angenommen zu haben. Prompt landete der Vertrag bei Bild, die Özil dann als „Raffzahn“ hingestellt hat. In den Schalke-Foren war er jedenfalls nicht sonderlich beliebt, wobei ich eingestehen muss, mich nicht mehr an meine damalige Meinung erinnern zu können. Ich weiß nur, dass ich Özil, den Real völlig überraschend Werder abluchste (eigentlich wusste niemand, warum) irgendwo geschrieben habe, er würde es eher als Khedira bei den Königlichen schaffen. Er wurde so gut in Madrid, dass sich Ronald nach dessen Transfer zu Arsenal sich lauthals beschwerte, von wem denn nun die Zuspiele kommen sollen (ohne dessen Pässe wurde Ronaldo 4 mal Champions League Sieger). Wer im Ausland zum Weltstar wird, ist hierzulande nicht sonderlich beliebt. Bei Schuster war es so. Und Kroos ergeht es ähnlich. Die Litanei, sich nach seinem Wechsel zu den Gunners anhören zu müssen, er rufe sein Potential nicht ab, heißt nichts anderes, als dass er noch besser spielen würde, wenn er in Deutschland geblieben wäre. Eine Rückkehr bspw. nach Schalke ist nun so gut wie ausgeschlossen – Özil wird seine Karriere im Ausland beenden. Mich würde nicht wundern, wenn er für die Türkei aufliefe. Was will er in einem Land, dessen Presse sich erstaunt über das gute Englisch seiner Statements zeigt. Statt sich über dessen PR-Leute zu mokieren, würde ich mich lieber fragen, ob nicht Frau Clooney an den Texten mitgewirkt hat.

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Adieu Traktoristin, die Buren kommen

Die sowjetische Traktoristin ist tot, lang lebe die russische Traktoristin, die jede Aufmunterung gut gebrauchen kann, da es sich bei ihr vermutlich um eine Spezies, die von Aussterben bedroht ist, handelt, denn im Gegensatz zu den Monarchien, die von den Revolutionen verschont geblieben sind, gehört sie zu den Opfern eines rasanten Wandels, den sie mangels Gelegenheit leider nicht zu ihren Gunsten beeinflussen konnte. Das war in den Anfangsjahren der Sowjetunion, als die Traktoristin als Symbol für eine gelebte Gleichberechtigung galt, noch ganz anders – da hatten die Kommunisten, wohl eher zufällig als gewollt, für die Frauen einen Beruf gefunden, der für jene auf dem Lande idealer sie nicht sein konnte, bot die Arbeit auf dem Trecker ihnen nun die Chance, nicht nur ihre rückständigen Ehemänner, von denen viele dem Alkohol zugeneigt waren, für ein paar Stunden los zu werden, sondern sich auch mit der neuesten Technik vertraut zu machen sowie zu lernen, wie es ist, Macht auszuüben. (Angesichts der Weite der Felder muss sich bei vielen Traktoristinnen ein russisches Route 66 Gefühl eingestellt haben.) Ein Traumberuf, der sogar Stoff für eine Musik-Komödie, in deren Hauptdarstellerin die Zuschauer eine weltberühmte Traktoristin sahen, bot. Statt tümplicher Kolchosis hat sie es, wie es mir scheint, aber nur Beaus mit zu tun, gegen die sich selbst Johannes Hesters, der eher den Typ des Großgrundbesitzers verkörpert, schwer getan hätte (stimmlich hätte es wohl auch nicht für eine Rolle gereicht). Wie gut, dass die Traktoristinnen dieser Epoche nicht erleben müssen, wie schlecht es um ihren Berufsstand bestellt ist, denn statt sich ihrer zu bedienen, sieht sich Russland gezwungen, Fremde ins Land zu holen, so wie es Katarina, die die Deutschen an die Wolga lockte, schon getan hat. Statt Schwaben und Sachsen sollen es nun die Buren richten. Von den 15.000, die angeblich Südafrika verlassen wollen, um sich in Russland, speziell erst einmal in der Gegend um Stawropal (alleine schon der Name „Stadt des Kreuzes“ spricht dafür, dass sie sich in der Gegend sehr wohl fühlen werden) ein neues Leben aufzubauen, sollen 50 schon da sein. Gelingt denen der Einstieg, werden noch mehr um politisches Asyl bitten, das die Russen ihnen aufgrund der Vorteile, die sie aus deren Anwesenheit ziehen, nur allzu bereitwillig gewähren, halten doch die Neubürger lästige Investoren, die angesichts des Klimawandels nach Flächen lechzen, die einen hohen Ertrag versprechen, davon ab, sich des Bodens Russlands zu bemächtigen. Während den Buren wegen der viele Morde und Übergriffe Asyl gewährt wird, müsste ein deutscher Bauer um Aufnahmen wegen der globalen Erwärmung, die es ihm nahezu unmöglich macht, weiter seinen Beruf auszuüben, bitten. Ob das den einen oder anderen Bauern im Osten, das besonders unter der jetzigen Dürre leidet (in der Uckermark ist die längst schon Realität), veranlasst, sein Glück in Russland zu suchen, wird man sehen. Bauer sucht Frau fahndet dann nach deutschen Traktoristinnen, die bereit sind, in der russischen Steppe die riesigen Trecker mittels russischen GPS zu lenken. Der Berufsstand der Traktoristin wäre gerettet. Ein schöneres Happyend kann es gar nicht geben.

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Warum sagt er dies nicht in Helsinki?

Helsinki vor 104 Jahren – Georg V. gab mit seinem Cousins Nikolaus II. und Wilhelm II., für den der russischer Zar ein Neffe dritten Grades war, eine Pressekonferenz, das so harmonisch verlief, dass die Welt glaubte, den Sommer nun genießen zu können. Anfang August brach dann der 1. Weltkrieg aus. Und die Welt war entsetzt. Natürlich war dem nicht so – weder gab es das besagt Treffen, noch fürchteten sich die Menschen vor Krieg, ganz im Gegenteil, viele freuten sich auf die Auseinandersetzung, die ihnen wie ein großes Abenteuer, das man keineswegs versäumen durfte, erschien. Sollte es nach dem Treffen zwischen Putin und Trump, das nun wirklich in Helsinki stattgefunden hat (da heutzutage fast alles angezweifelt wird, kann nicht ausgeschlossen werden, dass es Leute gibt, die glauben, die beiden hätten sich überhaupt nicht getroffen), zu einem militärischen Konflikt zwischen den beiden Ländern kommen, würde zwar kaum jemand auf der Straße jubeln, jedoch die Leute sich fragen, wie die beiden Freude, über die man nach der Berichterstattung in den Eindruck haben musste, sie sind Seelenverwandte, sich innerhalb weniger Tage so entzweien konnten. Wer sich deren Auftritt anschaut, wird aber feststellen, dass die beiden nur eines zu verbinden scheint – weder Putin noch Trump können ihre Antipathie gegen Hillary Clinton verbergen. Wenn man schon zwischen zwei Feinden wählen kann, dann entscheidet man sich für den, der noch mit einem spricht. Und das tat Trump auch, wie Helsinki gezeigt hat. Vermutlich hätte es dem guten Klima, das beide mit Freude zur Schau gestellt haben, nicht geschadet, wenn Trump die Frage, ob sich die Russen in den Wahlkampf einmischten, mit einem klaren Ja beantwortet hätte. Putin hat schließlich einen Plan, der für alle Szenerien gültig ist. Dieser besagt, den Amerikanern anzubieten, auf deren Antrag die russischen Ermittlungsbehörden auf die Leute, die für die Einmischung in den Wahlkampf in den USA angeklagt wurden, anzusetzen (Muller und Co. dürfen sogar bei den Verhören anwesend sein). Selbst wenn Trump gesagt hätte, ohne die Manipulationen der Russen säße er nicht im Weißen Haus, wäre Putin bei seinem Plan und seiner Haltung geblieben. Vermutlich wäre ihm lieber gewesen, wenn er beschuldigt worden wäre, da dann womöglich über die eigentlich wichtigen Fragen berichtet worden wäre. Trumps heutige Erklärung, seinen Geheimdiensten zu vertrauen (kleine Vorbehalte hat er dennoch), kommt darum einen Tag zu spät. Das hätte er gestern gegen 17:00 Uhr in Helsinki erklären müssen. Dank des Ungeschicks und der schlechten Beratung Trumps wird ein Treffen, das zur Hoffnung Anlass gibt, die beiden Supermächte könnten in nächster Zeit entspannter miteinander umgehen, wegen der leidigen Einmischungsversuche, für die sich außerhalb der USA niemand interessiert, von weiten Teilen der Medien zu einem Debakel für Trump und Amerika erklärt. Schlimm, wenn die halbe Welt Anteil an einer innenpolitischen Auseinandersetzung nehmen muss. Das haben wir und Helsinki nicht verdient.

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Lernen, entschiedener gegen Trump zu protestieren

„Move your fat ass, Mr. President!“ – ob damit die Queen Trump animiert hat, sich in Bewegung zu setzen, damit sie aus seinem Windschatten an seine rechte Seite rücken kann, weiß ich nicht, jedoch bin ich mir nach dessen laschen und höchst unmilitärischen Auftritt gestern bei der Queen endgültig sicher, dass dieser Mann keine Verteidigungsausgaben, die vier Prozent der hiesigen Wirtschaftsleistung ausmachen, wert ist. Hätte er sich mal lieber vom Führer abgeschaut, wie es geht – der wäre nämlich in seine Parteiuniform gehüpft und hätte mit viel Schneid so getan, als ob das Militär sein größtes Steckenpferd wäre, ohne jedoch zu vergessen, sich um die Queen zu kümmern. Vielleicht wäre er sogar mit Bauch gekommen (heute ist ein Vegetarier, der dauerhaft mit einer Wölbung leben muss, unglaubwürdig), zu dem er, das muss man ihm lassen, zu Lebzeiten immer gestanden hat. Kurz vor dem Krieg, als es den Deutschen angeblich ganz gut ging, hat Hitler es mit dieser Masche auf 18 Prozent gebracht. Putins Russland weist seit 2007 eine Vier vor dem Komma aus. Kein Grund also, sich wegen der Russen zu sorgen, auch wenn Trump meint, jedes NATO-Land sollte ihnen nacheifern. Ich vertraue da unseren Medien, die nicht müde werden, uns fast täglich auf die russische Gefahr hinzuweisen. Dank deren unermüdlicher Berichterstattung hätte ich genügend Zeit, mich auf den Angriff vorzubereiten (wie entgehe ich dem Volkssturm?). Von der Queen und dem Umstand, mit seiner Kritik an Mays soften Brexit, der ein Handelsabkommen mit den USA unmöglich machen würde, den Remainern Hoffnung gegeben zu haben, das Ausstiegsrad womöglich kurz vor den Klippen Dovers noch stoppen zu können, mal abgesehen war Trumps Besuch ein voller Erfolg, trotz des Protests von hunderttausenden. Das ist die Aufmerksamkeit, die er geniest, da diese hauptsächlich auf die Art und Weise, wie er Politik betreibt und sich der Öffentlichkeit präsentiert, fokussiert ist. So originell der Trump-Baby-Ballon auch ist – die Berliner müssen sich etwas anderes einfallen lassen, als hauptsächlich dessen Unreife zu kritisieren. Angesichts skandinavischer Hitzerekorde und Tsunamis durch einen kalbenden Eisberg wäre mein Vorschlag (ich sollte noch hinzufügen, dass Trump das Klimaabkommen gekündigt hat), beim nächsten Mal gleich mit zwei Ballonen anzutreten – während der eine durch den Klimawandel zerstörte Erde zeigt, stellt der andere Trump als Sonne, die die den Planeten verbrennen lässt, dar. Wegen Trumps Ego ist die große Frage, ob es sinnvoll ist, wenn auf der Demonstration die Erde um die Sonne kreisen würde. Ich denke, Galilei hätte nichts dagegen, die Erde fest an einer Stelle verharren zu lassen. Schließlich wissen wir ja, dass sie sich doch bewegt.

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