„Sub Rosa“ – sag es mit und durch Rosen

Rosen aus der Kolchose, die man zu Zeiten, als ein Barrel Öl über 100 $ kostete und die Russen noch polnische Äpfel kaufen konnten, aus Holland oder Kenia hätte importieren müssen, für Merkel – seit den Sanktionen war das gestrige Treffen das erste, auf das sich Putin richtig gefreut hat, endlich der Kanzlerin zeigen zu können, dass man nicht auf sie angewiesen. Ob Merkel den Wink mit den Rosen verstanden hat, weiß ich nicht. Es ist auch egal. „Sub Rosa“ hat man zu Zeiten Goethes gesagt, wenn jemand etwas durch die Blume ausdrucken wollte. Dabei kommt es in erster Linie darauf an, sich selbst Genugtuung zu verschaffen. Als ich in der Tagesschau Putins üppiges Rosenarrangement sah, habe ich mich gefragt, ob eine Knoblauchkette, mit der sich Merkel die Draculas der Welt vom Leibe hätte halten können, nicht die bessere Wahl gewesen wäre. Erst bei meinen Recherchen ist mir in den Sinn gekommen, dass es nur einheimische Rosen sein konnten. Was würde ihr wohl Chruschtschow schenken, wenn eine Zeitmaschine es ermöglichte, dass sich beide in tiefroten sozialistischen Zeiten treffen? Vermutlich würde er sie mit seinem nagelneuen Moskwitsch vom Flughafen abholen. Und ihr Obst aus seinem Vielvölkerstaat (Weintrauben aus Georgien, Datteln aus Usbekistan) anbieten. Sicherlich würde in der einen oder andere Speise auch Knoblauch vorkommen. Womit ich wieder bei meiner Intuition, mit der ich gar nicht mal so falsch gelegen habe, wäre, denn nicht nur Dracula scheut Knobi, sondern auch Trump kommt mit der Geruchsbombe nicht klar, wie eine Bloggerin herausgefunden haben will. Schuld daran sei seine deutsche Abstimmung – wäre er als Kind mit Knoblauch und Zwiebeln groß geworden, würde er jetzt mental wesentlich fitter und ausgeglichener sein. (Angesichts der vielen Zehen, die ich esse, müsste ich mal prüfen lassen, ob ich nicht ein Genie bin. Bisher hatte ich immer gedacht, er würde nur die Durchblutung anregen.) Leider meidet Donald Personen, die Knoblauch essen, nicht – diese sollen ihn noch aggressiver als er ohnehin schon ist machen (lt. der Bloggerin wollte er zu Beginn seiner Amtszeit nur Bürger von Ländern, in denen viel Knobi gegessen wird, nicht mehr in die USA lassen). Da die Knollen auch von den Mexikanern gern gegessen werden, müsste allen klar sein, warum er unbedingt eine Mauer entlang der Grenze bauen will. Trumpf Gegnern, die die Möglichkeit, ihn zu treffen, kann ich daher nur empfehlen, vorher viel von dem Zeug zu essen. Ich würde sogar versuchen, aus frischen Zehen Saft, den ich auf mein Gesicht und meine Hände verreiben würde (das riecht wie der DDR-Franzbranntwein), zu pressen. Putin würde das natürlich nicht tun – der würde dessen Frau Melania mit Rosen aus der Kolchose empfangen. Trumpf wäre ganz hingerissen. Und Putin sein Mann.

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Auf der Autobahn zur Krim

Ausgerechnet bei der Eröffnung der Brücke zur Krim den Zimmermann erleben zu dürfen, hätte sich niemand, der Putins Abenteuer kennt, träumen lassen – für ein oder zwei Sekunden sah es wirklich so aus, als könnte er die legendäre Fahrt Zimmermanns, dessen Mofa in Zeitlupe mit ihm als Fahrer durchbrannte (leider ist das Video aus dem Netz verschwunden), noch toppen. Nur Zentimeter war der LKW, den Putin mit seiner ungestümen Fahrweise nach rechts drängelte, von den Leitplanken entfernt. Da ich nicht weiß, ob die Sache so glimpflich wie beim CSU-Mann, der angesichts des Aufsehens, den sein Fahrstil erregte, froh sein konnte, dass ihm dieses Missgeschick am Ende seiner Ministerkarriere passierte, ausgegangen wäre, will ich es damit bewenden lassen – Putin hat es geschafft, seinen LKW mindestens 19 Kilometer auf dem Bauwerk, das für Laien nur ein Herausforderung, nämlich die steile Rampe zur Hochbrücke, parat hat, unfallfrei zu bewegen. Mit der Beschaulichkeit ist es, so fürchte ich, ist es, auch dank eines neuen Flughafenterminals, ab morgen, wenn die Verbindung für den Verkehr freigegeben wird, dann vorbei – die Russen werden die Krim überrennen. Ökologisch vernünftig ist das nicht, vor allem wenn an der Zufahrtsstrecke, wie in Videos zu sehen ist, in relativ kurzen Abständen Lichtmasten, die man hierzulande nur in den Städten findet, stehen. Lichtverschmutzung nennt man das wohl. Auf der Krim bzw. in Russland scheint man davon noch nichts gehört zu haben. Der Strom muss sehr billig sein, wenn man es sich leisten kann, Autobahnen zu beleuchten. Der Überfluss an fossilen Energieträgern macht es möglich. Unbeirrt wird in deren Ausbeutung investiert. Obwohl längst sicher ist, dass erneuerbare Energien schon bald billiger als herkömmliche sein werden, lässt die Regierung neue Kohlehäfen bauen. Mir ist rätselhaft, wer dort anlaufen soll. In Sachen Umweltschutz ist Putin ein totaler Ausfall. Mir scheint, dass er alles tut, damit sein Russland in dieser Hinsicht zurückbleibt. Einzig jene Technokraten, die dafür sorgen, dass in Moskau neue Metro-Strecken in den Boden gestampft sowie E-Busse angeschafft werden, können für eine Wende sorgen. Bleibt zu hoffen, dass die 200 E-Busse, die man angeschafft hat, so gut funktionieren, dass den Skeptikern die Kritik ausgehen möge.

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Neuer und keine Ende (nur wegen der Russen)

Dass die Hoffnung zum Schluss stirbt, ist hinlänglich bekannt, dank Neuer jedoch sich die Hybris, von der alle dachten, die Deutschen wären schon lange immun gegen sie, hierzulande wieder rasant auszubreiten scheint, hätte bis vor kurzem, also noch vor gut einem Monat, niemand für möglich gehalten – obwohl Neuer in dieser Saison kein Spiel bestritten hat, wird eifrig darüber diskutiert, ob er es noch zur WM, die in Russland stattfindet, schaffen könnte. Vermutlich würde es die Diskussion nicht geben, wenn die WM in England, dessen Bewohner darauf stolz sind, dass irgendwo auf der Welt den Spielern mehr abverlangt wird als in ihrer Premier League, stattfinden. Wer dort bestehen will, braucht enorme Wettkampfhärte, die Neuer jedoch nicht haben kann, was aber niemanden interessiert, denn schließlich geht es nicht auf die ungemütliche Insel, sondern nach Russland, wo die Sommer so gemalt wie an der Côte d’Azur sind (wegen der rustikalen Datschen ist es dort auf alle Fälle wesentlich gemütlicher). Wer dahin im Sommer als Krösus anreist, kann meistens vor Kraft nicht laufen, was ihm spätestens im Winter, wenn die berühmt-berüchtigte eisige Kälte, der Fremde nichts abzugewinnen wissen, sich monatelang im Land festsetzt, zum Verhängnis wird. Zum Glück bleibt Löw und seinen Mannen der russische Winter erspart. Napoleon hatte da weniger Glück, vom Führer, der glaubte, seine Soldaten könnten den Winter in Sommeruniformen überstehen, ganz zu Schweigen. Beide fielen als Herrscher Europas ins Land ein. Am Ende sind sie vernichtend geschlagen worden. Für Löw, der als Weltmeister kommt, kann es trotz drückender Hitze dennoch recht kalt werden – nämlich dann, wenn bei einem frühen Ausscheiden alle Welt auf einmal der Meinung ist, nichts anderes sei zu erwarten gewesen, wenn man einen Mann mitnimmt, der lange nicht mehr gespielt hat. Arroganter geht es wirklich nicht. Wenn Ronaldo nach einem Jahr ohne Spielpraxis aufliefe, würde die Fußballwelt vielleicht noch Verständnis aufbringen. Bei Neuer würde sich Fußballwelt – unter der Prämisse, das Team enttäuscht und scheidet früh aus – außerhalb Deutschlands köstlich amüsieren. Löw muss verrückt sein, ein derartiges Wagnis einzugehen. Schließlich gibt es Alternativen. Neuer ist nur in Höchstform „alternativlos“. Aber wie gesagt, wenn es nach Russland geht, sind Fehleinschätzungen vorprogrammiert.

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Will Donald den ewigen Krieg?

Die Büchse der Pandora, nun hat diese auch Donald geöffnet, worüber er, wählten amerikanische Zeitung in ihrer Berichterstattung diese Metapher, sich sicherlich freuen würde, könnte er doch dann annehmen, den Göttern wieder ein Stück näher gekommen zu sein. Da wir nicht wissen, wie Zeus auftreten würde, wenn er im Olymp begründen müsste, warum er den Atomdeal mit den Mullahs platzen lassen wolle, bleibt uns nichts anders übrig, als Donald einen Auftritt, der eines Königs würdig war, zu bescheinigen. Der Sonnenkönig – der einzige Monarch, der es mit ihm aufnehmen könnte – hätte es sicherlich nicht besser hinbekommen. Im Gegensatz zu den bisher bemühten Büchsenöffnungen steht noch nicht ganz fest, ob das Unheil, das nun über die Welt bzw. wenigstens den Nahen Osten hereinbrechen soll, überhaupt eintritt. Ganz und gar nicht zufällig fliegt Netanjahu darum morgen nach Moskau, um bei Putin auszuloten, ob dessen Luftabwehr Jets, die Stellungen der Iraner in Syrien bombardierten, angreifen würden. Verkündet Putin, die Iraner verteidigen zu wollen, kann er sich sicher sein, dass die Israelis sich ein Szenario, das die Russen als Unterstützer eines Landes, das Terroristen unterstützt, entlarven soll, ausdenken werden. Das nächste Sanktions-Edikt ist also bereist aufgesetzt. Nur das Datum muss noch eingesetzt werden. Schon bald wird sich Donald wieder die Gelegenheit bieten, den Göttern nahe zu sein (Vielleicht sogar noch vor seinen Trip nach Korea. Seinen Außenminister hat er heute schon einmal vorgeschickt.) Wenigstens brauchen die Russen (solange kein Giftgas im Spiel ist) nicht zu fürchten, von den Europäern wegen ihrer offenen Parteinahme für die Iraner gerügt zu werden. Verlassen sollten sich die Russen nicht unbedingt auf deren Ablehnung – Europa ist schon öfter umgekippt. In solch einem Fall hätten sie viele Dollar (der Ölpreis bleibt wegen der Lage auf Dauer ziemlich hoch), mit denen sie nicht viel anfangen könnten. Am meisten werden die Syrier unter dem Konflikt zu leiden haben – wegen Donalds kontraproduktiver Strafexpedition sieht es ganz danach aus, als ob im Land für immer Krieg sein wird. Die Marke, die der 2. Weltkrieg setzte, hat dieser Bürgerkrieg längst übertroffen. Bald ist auch der Siebenjährige Krieg geschafft (vielleicht haben die Parteien es schon geschafft, dessen Dauer um Tage oder Wochen zu übertreffen). An den Krieg, der dreißig Jahre dauerte, wage ich gar nicht zu denken. (Nicht auszudenken, wenn die Führer der Kriegsparteien zwanzig Jahre jünger wären.) Mir scheint, als ob Donald mit seiner Entscheidung Syrien zu einem ewigen Kriegsschauplatz, auf dem Super- und Großmächte sich nach Belieben austoben dürfen, gemacht hat. Den werden sie nicht so schnell aufgegeben wollen.

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Marx muss man mögen – er war gegen die Todesstrafe

Marx wird 200 und keiner fragt die Chemnitzer, ob es ihnen gefallen würde, wenn die Leute, die in diesem Jahr nach Trier pilgern (vornehmlich Chinesen), in ihrer Stadt, die bis zur Wende Karl-Marx-Stadt hieß, kämen – wen interessiert schon dessen Geburtshaus, wenn gleich eine große Stadt sich nach ihm benannt hat. Marxisten sind die Einwohner deshalb noch lange nicht (jedenfalls wurden die Bewohner nicht so genannt). Marx war ja selber auch kein lupenreiner, sonst hätte er nicht für die „New York Daily Tribune“ schreiben dürfen. Werbung für sein Manifest konnte er in den Artikeln einer Zeitung, die in der Schaltzentrale des Kapitalismus ihre Ausgaben an den Mann zu bringen versuchte, bestimmt nicht machen (leider habe ich es nicht geschafft, alle Artikel, die auf der entsprechenden Webseite aufgeführt sind, zu lesen). Dafür gab die Zeitung ihm die Möglichkeit, mit seinen Artikeln den Kapitalismus humaner zu machen, bspw. indem er sich gegen die Todesstrafe ausgesprochen hat (lt. Hegel hätten nur Kriminelle das Recht, zu strafen, und zwar sich selbst). Wenn er schon nicht ein Marxist, der keine Kompromisse einzugehen braucht, sein konnte, hat er wenigstens damals, als seine Werke veröffentlicht wurden, immer recht behalten können. Nach mehr als 150 Jahren sieht das ganz anders aus – da viele Vorhersagen, die er gemacht hat, nicht eingetreten sind (Stichwort Weltrevolution), tun sich Leute, die sich auf ihn berufen, schwer, Gehör zu finden. Dass ein echter Marxist, der schwer darunter leidet, als Schwätzer abgestempelt zu werden, ausgerechnet Trost von ganz oben finden kann, kann nur als Ironie des Schicksal durchgehen – den Theologen geht es nämlich nicht anders. Beide eint, dass in den Gebieten, wo sie schalten und walten durften bzw. noch dürfen, ihnen die Menschen abhanden kommen. Entweder allmählich (im Westen) oder mit einem Ruck, womit ich wieder bei Chemnitz wäre, deren Einwohner sich streng an Gorbatschows Spruch, wer zu spät käme, den würde das Leben bestrafen, gehalten haben – sie nutzten sofort die Chance, den verhassten Namen loszuwerden. 76 Prozent stimmten für Chemnitz. Vermutlich hätte sich am Ergebnis nicht viel geändert, wenn es damals schon das Internet und die Seite, auf der dessen Artikel für die Zeitung im Herzen des Kapitalismus aufgeführt sind, gegeben hätte. Marx scheint im Osten immer noch mega-out zu sein. Da Oltermann in der falschen Stadt war (Neubrandenburg) wissen wir nicht, ob dem wirklich so ist.

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Hofnarr, jederzeit kündbar, gesucht!

Stellenanzeige in der NYT: „Suche Hofnarr, der mich auf charmante und humorvolle Weise davon abhält, Entscheidungen, die der Welt schaden, zu treffen. Sollte ich merken, dass man mich korrigiert hat, behalte ich mir vor, meinen Hofnarr zu entlassen. Bewerbungen bitte an meine Adresse im Trump-Tower senden.“ Ein Macron macht eben noch keinen Sommer, und da er nicht jeden Tag den mächtigsten Mann der Welt umgarnen kann, bleibt der Menschheit nur, darauf zu hoffen, dass Trump angesichts seiner Schwäche, der Welt Krisen aufzubürden, die bis jetzt andere immer noch bereinigen konnten, zur Einsicht kommt, ein Hofnarr, der sich darauf versteht, ihm die Dinge so zu erklären, dass er glauben muss, er habe selbst entschieden, könne ihn zum größten Präsidenten, den Amerika je erleben durfte, machen. Ich gebe zu, dass ich beim Formulieren der Jobbeschreibung daran dachte, mich selbst zu bewerben. Daran ist in erster Linie „Der Hofnarr“ schuld, denn im Gegensatz zu ihm muss ich nicht fürchten, an einem Ritterturnier teilnehmen zu „dürfen“. Außerdem bliebe mir erspart, mir merken zu müssen, welchen Kelch ich unbedingt meiden müsse, wobei bei Trump immer ein Restrisiko, auch wenn es noch so winzig ist, besteht, vergiftet zu werden. Nichts kann man bei ihm ausschließen. Und würde ich in zwei oder drei Monaten wirklich einer werden, stände ich vor dem unlösbaren Problem, einen Weg, wie mein „König“ die Annullierung des Atomdeals mit dem Iran wieder rückgängig machen könnte, zu finden. Die ist so gut wie beschlossen, auch wenn die Europäer und die Aufsichtsbehörde glauben, die zig Ordner, die Bibi in ein Regal hat stellen lassen, um seine Anschuldigungen, die Iraner würden weiter an der Atombombe bauen, zu bekräftigen, würden dies nicht hergeben. Vermutlich hätte es noch weitere Regale bedurft, um die Fachleute zu überzeugen. Da die Amerikaner den Israelis beipflichten, läuft alles auf eine Kündigung des Vertrags wegen der Nichteinhaltung der Vereinbarungen hinaus, was Bibi ermöglichen würde, offen gegen die iranischen Revolutionsgarden, die auf Seiten Assads kämpfen, vorzugehen. Schließlich präsentieren sie nicht nur eine Nation, die unbedingt die Atombombe, von denen es nur wenige braucht, um Israel zu vernichten, haben will, sondern auch ein Land, das Israel vernichten will. Bis jetzt musste sich Bibi damit begnügen, Stealth-Raketen gegen die Iraner zu richten. Das könnte sich bald ändern. Die große Frage ist, ob dann die Russen bereit sind, die Iraner zu schützen. Oder ihnen wenigstens ihre modernsten Abwehrraketen zur Verfügung stellen. Vieles spricht dafür, dass Putin den Iranern beistehen wird. Der Iran ist für die Russen ein wichtiger Handelspartner. So hat sich Russland gerade verpflichtet, beim Superjet-100 den Anteil der Teile, die aus den USA kommen, auf unter 10 Prozent zu drücken, so dass die Maschinen (40 Stück) in den Iran exportiert werden können, ohne die amerikanischen Sanktionen zu verletzen. Dieses und andere Geschäfte (der Iran ist, was die Wirtschaft betrifft, jetzt zu einem GUS-Staat geworden) werden sich die Russen nicht nehmen lassen. Für einen Hofnarren gibt es also eine Menge zu tun. (Wie ernst die Lage ist, zeigt die Ankündigung des südkoreanischen Präsidenten, für den Fall, dass es in Korea friedlich bleibt, Trump für den Friedensnobelpreis vorzuschlagen.)

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Über die neue Rolle unserer Hände

Unsere Hände, von denen wir dachten, dass einzig Anstrengende, das ihnen wegen des technischen Fortschritts noch zu tun bliebt, sei, Messer und Gabel zu halten, haben diese Woche ein unerwartetes Comeback gefeiert, was angesichts der Meldung, Vorschulkinder würden sich schwer damit tun, Bleistifte zu halten, keinen Tag zu früh kommt – dank der Paare Trump und Macron sowie den beiden koreanischen Oberhäuptern, die sich gestern an der Demarkationslinie getroffen haben, wissen wir wieder, wie wichtig sie sind. Müssten wir anhand der Hände urteilen, wie die Beziehungen zwischen den Staaten, die die Protagonisten präsentieren, stehen, bliebe uns nicht anderes übrig, als zu sagen, sie können besser nicht sein. Dass Merkel als nüchterne Hanseatin aus der Reihe tanzt (man hat Trump wieder angemerkt, wie schwer es ihm fällt, Frauen als ebenbürtige Verhandlungspartner zu betrachten), sollte niemanden verwundern. Das ist auch gut so, denn eine dritte Hände-Orgie hätten wohl den einen oder anderen dazu verleitet, sich nach den guten alten Zeit, als bspw. Schmidt und Honecker sich nur so lange wie nötig die Hände hielten, gesehnt. Die sind längst passé. Heute herrscht die Diktatur der Bilder, die nun einmal nach Aufnahmen, die es noch nie gegeben hat, verlangt. Politiker liefern diese nicht nur, was an sich schon höchst erstaunlich ist, sondern schaffen es auch, mit ihnen die Hoffnung, von nun an werde alles besser, zu erwecken. Da diese auf ihnen zudem noch authentisch wirken, so dass ich fast geneigt, zu behaupten, dass selbst Politiker nicht davor gefeit sind, Fake News zu produzieren. Im Gegensatz zu den herkömmlichen Pseudo-Nachrichten brauchen sie nicht zu fürchten, dass ihr Gebaren, also der Einsatz ihrer Hände in einer Form, die sich kaum jemand hätte vorstellen können, als Fake enttarnt werden könnte. Sicherlich ist es nur eine Frage der Zeit, bis ihr Schwindel aufgedeckt wird. Die nächsten Krise kommt bestimmt. Und wenn während dieser die Spitzenmänner der Koreaner nochmals eine ähnliche Show abziehen sollten, weiß jeder, wie diese einzuordnen ist.

Nie hielt eine Station kürzer – gerade einmal 12 Tage hat das sich Camp namens Barneo, das nahe des Nordpol errichtet wurde, halten können. Dann mussten die Wissenschaftler evakuiert werden. Ein Blick in Wikipedia, wo die Werte der Hauptstationen, North Pole ….., aufgeführt sind, zeigt, dass dies nur den Trend bestätigt. Die letzte Eisscholle (2015) hat gerade einmal 700 km geschafft. Da es auf dem Eis nicht mehr möglich ist, die Arktis zu erforschen, haben die Russen sich entschlossen, ein Schiff, dem es nichts ausmacht, sich gegebenenfalls zufrieren zu lassen, in Auftrag gegeben. Der nicht mehr zu leugnende Klimawandel mit samt seinen verheerenden Folgen hält die Russen jedoch nicht davon ab, für die Passage nach Fernost über die Beringstraße zu werben. Wäre wären die Auswahlmöglichkeiten, auf welchem Weg Güter von Fernost nach Europa gelangen, ein Merkmal, an dem sich der Erfolg des Kapitalismus ausmachen ließe, müsste dieser stolz auf sich sein – statt einer (über den Suezkanal) gibt es nun drei (Seidenstraße).

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Kruzifixe und Autobahnen

Verrückte Welt – während sie in Syrien die Schwarzen Banner einholen, lässt Söder in den bayerischen Amtsstuben Kruzifixe aufhängen, und das sogar ohne den Protest der beiden Kirchen, die wegen des Grundsatzes, dass Kirche und Staat getrennt sein sollen, dagegen hätten protestieren müssen, zumal wenn sich der Eindruck auftut, er wolle mithilfe der Kruzifixe Wähler, die zur AfD übergelaufen sind, zurückholen. Die Jesuse an den Kreuzen müssen als Symbol dafür, dass seine Beamten zu den Werten des Abendlandes stehen, herhalten. Die Bischöfe sollten sich dagegen verwahren, dass Jesus dazu missbraucht wird, rechte Konservative, von denen viele mit der Kirche nichts mehr zu tun haben wollen, zu ködern. Die Kruzifixe machen aus denen keine strammen Kirchgänger, jedoch ist deren publikumswirksames Anbringen als Geste zu verstehen, den einen oder anderen Fahnenflüchtling davon zu überzeugen, wieder die CSU zu wählen. Ein Protest würde der Kirche vermutlich einen Eintrittsboom, der angesichts steigender Austrittszahlen bisher als völlig ausgeschlossen betrachte wurde, einbringen. Sie muss es nur wagen. Zu verlieren hat sie eh nichts. Für Söder könnte die Aktion aber gefährlich werden, nämlich dann, wenn sich herausstellen sollte, dass die vielen Kruzifixe in China hergestellt wurden. Dann würde es ihm so wie May, die für ihre Entscheidung, die Brexit-Pässe in Frankreich drucken zu lassen, schwer kritisiert wurde, ergehen.

Neben den Kruzifixen gibt es noch ein Symbol, mit der man Staat machen kann, wie die Euphorie, die gerade in Halle herrscht, zeigt – es geht um Autobahn, von der, wenn sie einmal die Stadt weiträumig umschlossen hat, die Leute wahre Wunderdinge, die selbst Jesus nicht imstande wäre, zu vollbringen, erwarten. Dank des Lückenschlusses würde es keine Staus mehr geben, LKW würden die Stadt umfahren und die Dieselautobesitzer bräuchten keine Fahrverbote zu fürchten. Dabei ist längst ausgemacht, dass die Pendler für den schleppenden Verkehr verantwortlich sind, darum vom Ring wegen des geringen Verkehrsaufkommens nur jene, die es genießen, ihre Autos am Limit zu bewegen, profitieren werden. Der Westteil des Rings wird ein Eldorado für Geschwindigkeitsfanatiker sein, da bin ich mir ganz sicher. Die Stadt braucht keinen Ring für den Fernverkehr, sondern einen für Pendler, die dann nicht mehr durch die Innenstadt zu fahren bräuchten, um zu ihren Arbeitsstellen zu kommen. In den 90erm hätte diese Forderung (Stichwort Nord-Ost-Tangente mit einer Brücke über die Saale) noch Sinn gemacht. Angesichts des Klimawandels sowie der Ungewissheit, wie das Auto der Zukunft angetrieben werden soll, weiß niemand so recht, ob in 10 Jahren das Autofahren ein Privileg für einige Gutbetuchte sein wird.

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Es gibt noch Wunder – Wenger tritt ab

Das kann selbst ein Raketen-Schlag Trumps nicht toppen – Wenger, der auf der Liste jener, über die die Öffentlichkeit denkt, sie würden ihren Arbeitsplatz im Sarg verlassen, ganz oben steht, hat sich entschlossen, seinen Job bei Arsenal aufzugeben. Angesichts der Lobeshymnen nach viel Kritik, die in letzter Zeit immer harscher wurde, sollte die eine oder andere Person, die im Rampenlicht steht, darüber nachzudenken, ob es nicht sinnvoll ist, abzutreten, wenn einem noch Honig ums Maul geschmiert wird. Wenger scheint diesen Zeitpunkt geradeso abgepasst zu haben, wobei ich nichts dagegen gehabt hätte, wenn er seinen Vertrag, der regulär in einem Jahr ausgelaufen wäre, erfüllt hätte, denn während seiner 22 Jahre, die er bei den Gunners ist, hat er nur ein einziges Mal die CL verfehlt. Dass die schlechte Platzierung im vorigen Jahr kein Betriebsunfall war (Platz 6 mit geringer Hoffnung, sich zu qualifizieren), ist wohl ein Grund, warum er aufhört. Hinzukommt, dass er keine Lust hat, sich im Falle des Scheiterns in der Europaleague (der Gewinner spielt in der CL) von den Medien und dem Verein zum Sündenbock abstempeln zu lassen. Wenn er seinen Spielern vertrauen würde, hätte er mit seiner Entscheidung bis zum Saisonende gewartet. Diesmal können sich die Spieler also nicht darauf verlassen, dass sich alle auf Wenger einschießen, wenn sie grottenschlecht spielen sollten. Ich bin gespannt, ob sie damit fertig werden. Während auf den Nachfolger – selbst Tedesco, dessen Gehalt, als hätte es Schalke gewusst, gerade verdoppelt wurde, soll auf der Liste stehen – viel Arbeit wartet, kann er darauf hoffen, dass ein großer Verein auf ihn zukommt. Wenger statt Heynckes könnte es irgendwann im Herbst, nach 4 Niederlagen am Stück, für die Bayern heißen. Ob in dieser Zeit auch jemand für Trump einspringen muss, weiß heute noch niemand. Während er wegen der kritiklosen Berichterstattung über den Angriff auf Syrien am letztes Wochenende Punkte sammeln konnte, stehen dessen Chance, beim Volk in der Kategorie „wenn der Führer das wüsste“ zu punkten, nicht zum Besten – wenn Donald von etwas erfährt, was ihn fürchterlich aufregt, ist er nicht imstande, seine Vorstellungen durchzusetzen, wie die Episode, in der es darum geht, wer ihm als erster nach seiner Amtseinführung gratuliert hat, zeigt. Erst nach 6 Tagen (beim Treffen mit May) hat dessen Umgebung, genauer Flynn, Trump darüber informiert, dass Putin (wer sonst) als erster angerufen habe. Der Ärger war groß, da Donald sich bei ihm gleich bedanken wollte. Seitdem hat sich das Verhältnis zu den Russen weiter verschlechtert. Da das letzter Personalkarussell nur Leute, die mit den Russen nicht können, in Amt und Würden gebracht hat, wird es für Trump immer schwieriger, darauf zu bauen, dass die Leute glauben, man würde ihn gezielt manipulieren. Schließlich wählt er seine Berater selbst aus.

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Konkreter könnten die Medien schon werden

Dass unsere Medien nicht mehr so gut, wie sie einst einmal waren, sind, ist hinreichend bekannt, aber immerhin ist es bis jetzt möglich gewesen, sich dank der Vielzahl anderer Informationsquellen eine Meinung, von der man meint, sie würde den gesunden Menschenverstand widerspiegeln, zu bilden. Was bei Putin noch funktioniert, ist bei Kollegah jedoch unmöglich, sei sei denn, man nimmt in Kauf, wegen der vielen Lieder, die man anhören muss, um sich ein Urteil bilden zu können, seine Youtube-Lieblingsseiten mit Video-Vorschlägen seines Trash-Raps zu verunstalten. Zig Kollegah-Bildchen neben den Sex Pistols, das geht nun wirklich nicht, da mögen dessen Texte sonst wie antisemitisch sein. Warum tun sich die Medien so schwer, uns mitzuteilen, was er von sich gibt? Das Urteil, seine Texte seien antisemitisch, bezweifele ich gar nicht. Das Problem ist nur, dass mir diese generelle Einschätzung nicht erlaubt, mir eine Vorstellung zu machen. Um das tun zu können, muss ich mich auf Youtube begeben. Warum die Medien sich partout weigern, konkret zu werden, weiß ich nicht. Vielleicht glauben sie, wegen Verhetzung verklagt zu werden. Oder mitschuldig an der Verbreitung des „provokativen“ Liedguts zu werden (angesichts der Schwere der Vorwürfe sowie diverser Preis-Rückgaben hätte der Echo-Ethikrates kein beschönigenderes Wort, das glaubhaft klingt, finden können). Vielleicht belehren mich die Medien noch eines besseren. Bezüglich Russlands bzw. Putins werden sie sich aber nie ändern. Auch Fisks Reportage aus Douma mit dem Tenor, dass die Einheimischen sich wundern, wie der Westen darauf kommen kann, in ihrem Ort habe es einen Giftgaseinsatz gegeben, wird daran nichts ändern. Geht es nach dem oben schon erwähnten gesunden Menschenverstand, sind ernsthafte Zweifel an der Kriegsführung des Westens angebracht – 76 Raketen auf drei Häuser zu lenken, lässt Zweifel am der Urteilskraft der Militärs aufkommen. Mit Zerstörung von Chemiewaffen hat das nichts zu tun. Eher damit, dass Trump zeigen wollte, wie genau und präzise seine Cruise Missiles unterwegs sind. Vermutlich schlugen sie auch so wie auf diesem Bild – alle schön nebeneinander – ein. Warum die Medien diesen Unsinn nicht hinterfragen, wird wohl deren Geheimnis bleiben. Einem Sprengstoffexperten sollte es aber nicht schwerfallen, aus dem Grad der Zerstörung zu schließen, wie viele Raketen tatsächlich dort zu Boden gingen (vielleicht hat das Pentagon auch Raketen ohne Sprengstoff abgefeuert). Die Russen meinen, die Syrer hätten mehr als die Hälfte der Geschosse vom Himmel geholt. Dank dessen seien die wichtigen Ziele verschont geblieben. Die Geschichte wird zeigen, wer recht hat.

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